Die Berliner Hertha feiert gegen Bremen den ersten Sieg seit Oktober des letzten Jahres © getty

Die Hertha gewinnt ihr erstes Spiel in der Rückrunde und kann im Abstiegskampf erst einmal Luft holen. Bremen rutscht in die Krise.

Berlin - Trainer Otto Rehhagel ist ausgerechnet gegen seine "alte Liebe" Werder Bremen der Befreiungsschlag mit Hertha BSC gelungen.

Der Altmeister führte die abstiegsbedrohten Berliner zu einem 1:0 (0:0) gegen seinen Ex-Klub und damit zum ersten Ligasieg seit mehr als vier Monaten 525990 (DIASHOW: Der 24. Spieltag) .

Mittelfeldspieler Nikita Rukavytsya erzielte in der 63. Minute den Siegtreffer zur gelungenen Heimpremiere von Rehhagel, der nach dem Tor vor Freude aufsprang, danach aber gleich wieder Anweisungen gab.

Für die spielerisch eigentlich besseren Bremer bedeutet die Niederlage einen herben Rückschlag im Kampf um die internationalen Startplätze (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wahnsinnig erleichtert"

"Wir sind alle wahnsinnig erleichtert - für den Moment!", freute sich Rehhagel nach dem Spiel. "Die Jungs haben gekämpft, sie haben gefightet, damit haben sie den Sieg verdient."

Sein Gegenüber Thomas Schaaf haderte vor allem mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft: "Zum Gewinnen gehört eben auch, Tore zu schießen. Daran müssen wir arbeiten."

Die Hertha-Fans unterstützten ihre Mannschaft zwar von Beginn an, machten aber auch ihrem Unmut über die erfolglosen Auftritte der vergangenen Wochen Luft. In der Ostkurve hing ein Plakat mit der Aufschrift:

"Ihr habt Euer Versprechen gebrochen! Wir halten unser Wort!" Bereits 25 Sekunden nach dem Anpfiff sangen die Anhänger: "Wir wollen Euch kämpfen sehen!"

Spürbare Verunsicherung

Doch den Gastgebern war die Verunsicherung in den ersten Minuten anzumerken. Sie bemühten sich zwar, Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben, doch vor dem Tor fehlte oft die Durchschlagskraft.

Rehhagel, der von 1981 bis 1995 14 Jahre Bremen trainiert und dort große Erfolge gefeiert hatte, überraschte mit gleich vier neuen Spielern in der Startelf.

Die Bremer warteten geduldig auf Fehler, um dann über Konter zum Erfolg zu kommen. Torjäger Claudio Pizarro, der im Hinspiel zweimal getroffen hatte, ließ in der 20. Minute die erste gute Torchance für die Gäste aus.

Danach gingen die Bremer fast schon fahrlässig mit ihren Kontermöglichkeiten um, die meist vom flinken Marko Marin eingeleitet wurden.

Hertha mit der ersten Chance

Auch nach dem Seitenwechsel war zunächst Werder am Drücker, die erste Möglichkeit gehörte jedoch Hertha: Nach einer feinen Ablage von Raffael scheiterte Tunay Torun kläglich (51.). Mit zunehmender Spieldauer erhöhten die Gäste den Druck, Berlin hielt jedoch mit Leidenschaft und Zweikampfstärke dagegen.

Nach dem überraschenden Führungstreffer verhinderte Torhüter Thomas Kraft mit einer Glanzparade gegen Pizarro (65.) den schnellen Ausgleich.

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