Arjen Robben (l.) und Franck Ribery gewannen mit den Bayern 2010 das Double © getty

Der Franzose kämpft um seinen Einsatz in Leverkusen und empfiehlt Bayern einen Landsmann. Robben kokettiert mit seinem Abschied.

Von Reinhard Franke

München/Köln - Eigentlich müsste das Stimmungsbarometer beim FC Bayern wieder etwas angestiegen sein.

Nach dem 2:0-Sieg gegen Schalke 04 vor Wochenfrist wurde die zarte Krise für beendet erklärt.

Der Rekordmeister darf sich wieder als alleiniger Verfolger von Borussia Dortmund fühlen.

Den "ersten Schritt" habe man gemacht, sagte Bayerns Sportchef Christian Nerlinger, jetzt wollen und müssen die Bayern also nachlegen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Doch vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) muss Bayern-Coach Jupp Heynckes ausgerechnet um den Spieler bangen, der gegen die "Knappen" überragte.

Ribery droht auszufallen

Franck Ribery droht gegen die Werkself auszufallen. Der Franzose erlitt im Länderspiel gegen Deutschland eine Oberschenkelprellung.

Sein Einsatz ist äußerst fraglich. "Ich weiß nicht, ob ich spielen kann. Aber ich werde es probieren. Es tut noch weh", sagte Ribery am Freitagmittag, knapp 26 Stunden vor dem Anstoß, im FCB-Mannschaftsquartier in Köln, wo die Bayern sich auf das Duell in der BayArena vorbereit

"Gestern hatte ich sechs Stunden Behandlung. Heute war ich schwimmen und auf dem Fahrrad. Ich hoffe, dass es morgen geht."

Und er fügte an: "Ich bin gut drauf, gegen Schalke war es super. Aber wenn ich nicht dabei bin, muss die Mannschaft ohne Ribery gewinnen."

Bayern zum Siegen verdammt

Und damit bringt es der 28-Jährige auf den Punkt. Die Bayern sind so oder so zum Siegen verdammt, will man dem BVB auf den Spuren bleiben.

Ob Ribery am Samstag auflaufen kann, entscheidet sich wohl erst kurz vor dem Anpfiff.

Aber nicht nur "Rib" macht Sorgen, sondern auch "Rob". Arjen Robben kokettiert überraschend mit einem Abschied vom Rekordmeister.

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Robben koketiert mit Abschied

Nach seiner starken Leistung für die Niederlande gegen England mit zwei Toren äußert Robben sich nachdenklich über seine Zukunft bei den Bayern:

"In Deutschland ist es im Augenblick keine ideale Situation. Natürlich geht mir auch durch den Kopf, welche Möglichkeiten es geben könnte", erklärte er.

In München läuft Robbens Vertrag noch bis 2013. In den vergangenen Monaten hatten sowohl die Bayern-Verantwortlichen als auch Robben sich optimistisch gezeigt, dass der Kontrakt bald verlängert werden könnte.

Nun ist ein Verbleib beim Rekordmeister wieder fraglich. Es sei herrlich, mit einem Trainer zu arbeiten, "der Vertrauen schenkt und die Spieler in Ruhe ihre Arbeit machen lässt", sagte Robben etwa über Bert van Marwijk, den Trainer der "Elftal" - eine Spitze gegen Klub-Coach Jupp Heynckes.

Kroos selbstbewusst

Trotz dieser Aussagen dürfte Robben auch in Leverkusen wieder zur Startformation gehören.

Wer neben Robben und Ribery, wenn er dann fit wird, in der offensiven Dreierreihe ran darf, ist dagegen noch unklar. Gegen Schalke war dies Thomas Müller, Toni Kroos saß dafür neunzig Minuten auf der Bank.

Kroos hofft an alter Wirkungsstätte auf ein Comeback in der Startelf, das nötige Selbstbewusstsein bringt er mit. "Wir brauchen drei Punkte, deshalb müssen wir mit der besten Mannschaft spielen. Ich bin davon überzeugt, dass ich dazu gehöre", sagt der 22-Jährige, der im Jahr 2009 als Münchner Leihgabe in Leverkusen seinen Durchbruch schaffte.

Kommt Giroud im Sommer?

Das ist Vergangenheit, Zukunftsmusik ist offenbar der Gedanke an einen Spieler, der bald bei den Bayern spielen könnte. Die Münchner denken nämlich angeblich über eine Verpflichtung des Franzosen Olivier Giroud nach. Das berichtet der "kicker".

"Er ist ein besserer Techniker als Mario Gomez", erklärte Ex-Bayern-Spieler Bixente Lizarazu: "Er kann es beim FC Bayern packen."

Auch Ribery hält große Stücke auf Giroud: "Er ist ein großer Stürmer, der einen richtig guten linken Fuß hat. Er braucht noch etwas Zeit, aber schaun wir mal. Er hätte sicher die Qualität für den FC Bayern."

Giroud, der beim 2:1 gegen Deutschland traf, hat in Montpellier noch Vertrag bis 2014, könnte nach der Saison aber für 16 Millionen gehen. Einen Betrag, der für die Bayern durchaus zu stemmen wäre.

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