Robin Dutt trainierte von 2007 bis 2011 den SC Freiburg
Für Robin Dutt ist Bayer 04 Leverkusen bereits die fünfte Station als Trainer © getty

Trotz 14 siegloser Partien gegen Bayern und angeschlagener Spieler geht Leverkusens Coach keineswegs skeptisch in die Partie.

Von Martin Volkmar und Thorsten Langenbahn

Leverkusen - Die Fakten sind eindeutig, und sie lassen nichts Gutes für Bayer Leverkusen erahnen.

Seit 14 Bundesligaspielen sind die Rheinländer gegen den FC Bayern, der am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) in die BayArena kommt, ohne Sieg.

Im Hinspiel war das Team von Robin Dutt beim 0:3 chancenlos gegen die Münchner, die drei Plätze und elf Punkte vor dem Tabellenfünften liegen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und auch vor dem Wiedersehen versucht Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, die Erwartungen niedrig zu halten. "Wir sind natürlich Außenseiter gegen eine solche Mannschaft", sagte er im Gespräch mit SPORT1, versicherte aber auch:

"In dieser Rolle fühlen wir uns ganz wohl. Es wird ein offenes Spiel, auf das ich mich riesig freue."

Ziel heißt Europa League

Von den hochtrabenden Saisonzielen haben sich der Klub und Trainer Dutt, der bei seiner Amtsübernahme im Sommer von der Meisterschaft sprach, nach einer bislang durchwachsenen Saison längst verabschiedet.

Ziel ist nun nur noch die Europa League, und da liegt der Vize-Meister nach den beiden Siegen gegen Augsburg und im Derby gegen Köln wieder auf Kurs.

"Wir haben in den letzten beiden Spielen eine kleine Serie gestartet und ganz gut gespielt", sagte Völler.

"Jetzt kommt natürlich mit Bayern München ein ganz anderes Kaliber. Leider haben sich einige Spieler in dieser Woche gefangen, vor allem Robben hat ein Traumspiel hingelegt."

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Drei Stammspieler angeschlagen

Die Werkself bangt dagegen ausgerechnet vor der Partie gegen den Rekordmeister um mehrere Stammspieler.

Andre Schürrle erlitt gegen Frankreich einen Nasenbeinbruch, hofft aber mit einer Gesichtsmaske spielen zu können. Vedran Corluka (muskuläre Probleme) und Eren Derdiyok (Sprunggelenk) sind ebenfalls angeschlagen von ihren Länderspielen zurückgekommen.

"Im Kopf geht man schon einmal die eine oder andere Alternative durch", sagte Dutt. "Gerade der Ausfall von Corluka hätte ein paar Umstellungen zur Folge."

Trotz all dieser schlechten Vorzeichen sieht der Nachfolger des jetzigen Bayern-Trainers Jupp Heynckes seine Elf aber keineswegs als chancenlos an.

"Kein Vergleich zur Hinrunde"

"Unsere Mannschaft ist kein Vergleich zur Hinrunde. Die Mannschaft ist zu einer Einheit zusammengewachsen, sie ist gefestigt und hat sich spielerisch klar verbessert", erklärte Dutt.

"Jetzt greifen viele Dinge, an denen wir lange gearbeitet haben, und die Art und Weise des Derbysieges hat uns auch allen sehr gut getan."

So sieht es auch Gonzalo Castro. "Wir haben uns ein bisschen Luft nach oben verschafft, von daher werden die nächsten Wochen entscheidend sein, wo der Weg hingeht", sagt der Bayer-Kapitän im Gespräch mit SPORT1.

Wegweisende Spiele

Ehe es zum vermutlich vorerst letzten Champions-League-Spiel nach Barcelona geht, wartet also der erste schwere Prüfstein mit dem FCB. "Die Bayern haben durch den Sieg über Schalke intern für etwas Ruhe gesorgt und sind wieder in der Spur", meinte Dutt.

"Ihre Qualität in der Offensive macht sie auf dem Papier in fast allen Spielen automatisch zum Favoriten."

Danach wird sich dann wohl in den Partien in Wolfsburg und Schalke sowie zu Hause gegen Mönchengladbach zeigen, ob Bayer den Blick nochmal nach oben oder eher nach unten richten kann.

Castro: "Müssen erstmal ruhig bleiben"

"Wir müssen erstmal ruhig bleiben und die Europa League ins Visier nehmen", fordert Castro.

"Wenn wir am Schluss nicht so weit weg sind von der Champions League, können wir immer noch da ansetzen."

Doch zunächst einmal blickt der Deutsch-Spanier mit großer Vorfreude auf den Samstag, bei dem er die Leverkusener erneut als Spielführer aufs Feld führen wird:

"Ich bin schon seit der Jugend da ? dann Kapitän zu sein, das ist immer etwas Besonderes, gerade im Rhein-Derby oder gegen die Bayern. Das kann man kaum in Worten beschreiben."

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