Otto Rehhagel (l., mit Thomas Schaaf) wurde mit Werder Bremen zwei Mal Deutscher Meister © getty

Herthas Neucoach lässt das Duell gegen Werder und die Ex-Schützlinge Allofs und Schaaf kalt. Bremens Coach geht's genauso.

München - Am Samstag ist es soweit. Dann treffen sich im Berliner Olympiastadion gute Freunde.

Trainer Otto Rehhagel will sich beim Wiedersehen mit seiner "alten Liebe" Werder Bremen keine Sentimentalitäten leisten.

"Ich muss mich von all diesen Dingen freimachen und mich professionell verhalten. Und das bin ich auch", sagte der Coach des abstiegsbedrohten Bundesligisten Hertha BSC vor seiner Heimspielpremiere am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rehhagel hatte Werder zwischen 1981 und 1995 mehr als 14 Jahre lang trainiert. In dieser Zeit wurde er mit Bremen je zweimal deutscher Meister und Pokalsieger.

"Immer meine Freunde"

Zudem führte er den Klub zum Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Vor allem das Wiedersehen mit den Bremer Verantwortlichen Thomas Schaaf und Klaus Allofs sei etwas Besonderes, betonte der 73-Jährige: "Das sind für immer meine Freunde." Der heutige Trainer Schaaf und Manager Allofs hatten jahrelang unter Rehhagel in Bremen trainiert.

Schaaf war 17 Jahre Bremer Spieler und wuchs als Jugendcoach in den Trainerstab rein. Seit nahezu 13 Jahren ist Schaaf nun Cheftrainer an der Weser - fast so lange, wie Rehhagel es in seiner zweiten Amtszeit bei Werder war (14 Jahre, 89 Tage).

Schaaf fast so erfolgreich wie Rehhagel

Und Schaaf ist fast so erfolgreich wie sein einstiger Lehrmeister. Rehhagel wurde mit Bremen 2 Mal Deutscher Meister und 2 Mal Pokalsieger, Schaaf holte mit Werder 1 Mal die Meisterschaft und drei Mal den Pokal. Zudem wurde Rehhagel noch drei Mal Supercupsieger, Schaaf 2006 ein Mal Ligapokal-Sieger.

Unter Rehhagel wurde Allofs 1993 Deutscher Meister. Sechs Jahre später wurde Allofs "Geschäftsführer Profifußball" bei den "Grün-Weißen".

"Natürlich ist da eine ganz besondere Beziehung, deshalb wird es für beide Seiten auch kein einfaches Spiel", sagte Allofs: "Ich mag Otto, deshalb bin ich jetzt auch Hertha-Fan und hoffe, dass der Verein nicht absteigt. Aber Siege gegen Otto sind auch sehr schön."

[kaltura id="0_ivwf884h" class="full_size" title="Rehhagel Fighten kann man immer "]

Euphorie bei Pleite schon weg

Das will Rehhagel am Samstag mit aller Macht verhindern, denn ansonsten könnte die Euphorie seiner Verpflichtung bereits nach zwei Spielen völlig verflogen sein. Hertha will die Wende mit drei lebensnotwendigen Punkten im Abstiegskampf.

"Dieses Spiel ist wichtig, ich kann ja die Tabelle lesen", sagte Rehhagel. Bei Hertha sind die Einsätze der angeschlagenen Christian Lell und Roman Hubnik fraglich.

Für Bremens Trainer Thomas Schaaf ist das Duell mit seinem Lehrmeister Otto Rehhagel ein Spiel ohne große emotionale Brisanz.

"Werden nicht die Tränen kommen"

"Es ist ja nicht so, dass wir uns 30 Jahre nicht gesehen haben", sagte Schaaf vor dem Spiel bei der "Alten Dame". "Mir werden sicher nicht die Tränen kommen, wenn wir uns vor dem Spiel begegnen."

Schaaf hatte zwischen 1981 und 1995 in Bremen unter Rehhagel gespielt, noch immer pflegen sie einen "sehr persönlichen Kontakt. Wir tauschen uns immer wieder aus und freuen uns, wenn wir uns sehen."

Mit Tipps für den Trainer-Oldie hält sich Schaaf trotz des guten Verhältnisses zurück: "Ich werde mich hüten, Otto Rehhagel Ratschläge zu geben."

In Berlin wird Stürmer Claudio Pizarro die Bremer anstelle des gelbgesperrten Clemens Fritz auf das Feld führen. Außerdem hat Tom Trybull seine Wadenprobleme überstanden und kann spielen.

Weiterlesen