Andre Schürrle erzielte in dieser Saison fünf Tore für Leverkusen © getty

Nach seinem unglücklichen Länderspiel blickt Schürrle positiv dem Bayernspiel entgegen. Zudem hofft er auf ein Wunder gegen Barca.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Bremen - Andre Schürrle erlebte am Mittwoch einen unglücklichen Abend.

Gegen Frankreich wollte der Leverkusener in Abwesenheit von Lukas Podolski seine Chance nutzen und sich für weitere Einsätze in der Nationalmannschaft empfehlen.

Doch Schürrle tat sich sehr schwer, fand bei der 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl (Bericht) keine Bindung zum Spiel und verletzte sich zu allem Übel auch noch ( 525008 DIASHOW: Die Einzelkritik ).

"Ich habe einen Schlag auf die Nase bekommen", beschrieb der 21-Jährige den Ellbogencheck von Mathieu Debuchy in der 38. Minute.

"Ich habe Druck auf der Nase und leichte Schmerzen, aber es ist erträglich", meinte Schürrle. "Ich hoffe, dass es nicht das Nasenbein ist, sondern eher der Knorpel und dass es am Wochenende wieder geht."

"Abscherung des Nasenknorpels vom Nasenknochen", lautete die erste Diagnose am Abend.

Sein Einsatz am Samstag gegen den FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) ist nicht in Gefahr. Möglich, dass er mit einer Schutzmaske spielen wird.

"Man muss mal schauen, ob ich gegen Bayern mit Maske spiele", meinte der Bayer-Profi, der sich Donnerstag nach seiner Rückkehr ins Rheinland direkt zur Untersuchung zu einem Facharzt begab.

Im SPORT1-Interview spricht Andre Schürrle über das 1:2 gegen Frankreich, seine Verletzung, das Duell mit den Bayern und das Rückspiel in der Champions League beim FC Barcelona (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Herr Schürrle, wie haben Sie das Spiel bis zu Ihrer Verletzung empfunden?

Andre Schürrle: Ich habe nur etwas länger als eine halbe Stunde gespielt, aber ich finde, dass wir auch gute Kontermöglichkeiten und Torchancen hatten. Wenn wir die genutzt hätten, hätte das Spiel auch anders ausgehen können.

[image id="cf710c11-645a-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

SPORT1: Also nehmen Sie nicht nur das Negative aus dem Spiel mit?

Schürrle: Auf keinen Fall. Man darf das Ergebnis nicht überbewerten. Es waren auch gute Szenen dabei, aber am Ende überwiegt natürlich der Ärger über die Niederlage.

SPORT1: Sie sind viel gelaufen, haben aber wenige Bälle bekommen. Bundestrainer Joachim Löw hat moniert, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen seien zu groß gewesen. Ist das Spiel für Sie persönlich unglücklich gelaufen?

Schürrle: Klar spürt man das, wenn die Bälle zwischen den Reihen durch gespielt werden und in der Mitte ein Franzose unbedrängt den Ball annehmen kann. Man musste immer hinterherlaufen, das hat einige Meter gekostet.

SPORT1: Sie hatten ja noch Glück im Unglück. Eine ernsthafte Verletzung hätte sich vielleicht negativ auf Ihre EM-Chancen auswirken können.

[kaltura id="0_qzryqemp" class="full_size" title="Aogo bernimmt Teilschuld"]

Schürrle: Nein, so schlimm wird es nicht sein. Bis zur EM ist ja noch viel Zeit.

SPORT1: Am Samstag spielen Sie mit Leverkusen gegen den Rekordmeister. Schlagen Sie die Bayern?

Schürrle: Ich hoffe es. Wir werden es versuchen.

SPORT1: Bayern hat beim 2:0 gegen Schalke wieder ein überzeugendes Spiel gezeigt. Ist der Zeitpunkt für das Spiel für Bayer deshalb eher ungünstig?

Schürrle: Das würde ich nicht sagen. Wir haben ja auch eine gute Phase mit zwei Siegen in Folge. Der Sieg im Derby hat uns Auftrieb und Ruhe im Umfeld gegeben. Deshalb gehen wir mit einem positiven Gefühl in das Spiel und schauen mal, was wir reißen können.

SPORT1: Wird die Reise nach Barcelona zum Champions-League-Achtelfinalrückspiel nächste Woche nur ein netter Ausflug, oder glauben Sie nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel noch an ein Wunder?

Schürrle: Man hat immer die Hoffnung. Wir werden alles versuchen, aber wir müssen realistisch sein, dass es sehr schwer wird.

Weiterlesen