Jürgen Klopp trainierte von 2001 bis 2008 den FSV Mainz 05 © getty

Gleich fünf Trainer treffen am Wochenende auf ihre Ex-Klubs. Heynckes kehrt zurück, Klopp empfängt sein altes Team.

München - Otto Rehhagel will seiner "alten Liebe" die kalte Schulter zeigen, Jürgen Klopp erwartet kein Freundschaftsspiel, Jupp Heynckes freut sich auf seine Jungs in Leverkusen:

Am Wochenende treffen in der Bundesliga gleich fünf Trainer auf ihre ehemaligen Klubs (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Am unangenehmsten könnte das Wiedersehen für Rehhagel werden, weshalb er sich vor dem Duell gegen Werder Bremen auch strengstens untersagte, sentimental zu werden.

"Ich muss mich von all diesen Dingen freimachen und mich professionell verhalten. Und das bin ich auch", sagte der Coach der abstiegsbedrohten Berliner Hertha vor seiner Heimspielpremiere am Samstag.

"König Otto" trifft Bremen

Rehhagel hatte Werder zwischen 1981 und 1995 über 14 Jahre trainiert und sich dort den Spitznamen "König Otto" verdient.

In dieser Zeit wurde er mit Bremen je zweimal deutscher Meister und DFB-Pokalsieger.

Zudem führte er den Klub zum Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1992 und damit dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Allofs outet sich als Hertha-Fan

Vor allem das Wiedersehen mit den Bremer Verantwortlichen Thomas Schaaf und Klaus Allofs sei etwas Besonderes, betonte der 73-Jährige: "Das sind für immer meine Freunde."

Auch Werder-Manager Allofs gab zu:

"Natürlich ist da eine ganz besondere Beziehung, deshalb wird es für beide Seiten auch kein einfaches Spiel. Ich mag Otto, deshalb bin ich jetzt auch Hertha-Fan und hoffe, dass der Verein nicht absteigt. Aber Siege gegen Otto sind auch sehr schön."

Klopp empfängt sein altes Team

Dortmunds Trainer Klopp erwartet beim Wiedersehen mit dem FSV Mainz 05 keine Geschenke.

Dass das kein Freundschaftsspiel sei, habe man bereits in der Vorsaison gesehen, sagte Klopp in Anspielung an die wilden Szenen vor einem Jahr.

Damals waren er und Mainz-Trainer Thomas Tuchel verbal aneinander geraten, Klopp hatte sogar den Mainzer Masseur leicht geschubst.

"Geiler Verein und tolle Stadt"

Diese Vorfälle sind inzwischen vergessen. Klopp hegt noch immer viele Sympathien für den "geilen Verein und die tolle Stadt".

Wenn zum Beispiel sein Spieler Kevin Großkreutz im teaminternen Tippspiel gegen Mainz wettet, "dann ist er kurz davor, aus der Anfangsformation zu fliegen", scherzte Klopp.

Heynckes in Leverkusen weiter geschätzt

Auch Jupp Heynckes freut sich auf seine Rückkehr nach Leverkusen.

Dort ist er trotz seiner Entscheidung vor einem Jahr, den Vertrag bei Bayer nicht zu verlängern, nach wie vor sehr beliebt.

"Wenn ich mit meinen Jungs in Leverkusen nicht solchen Erfolg gehabt hätte, wäre ich heute nicht Trainer von Bayern München", sagte der 66-Jährige.

Auch Labbadia erinnert sich

Bruno Labbadia kehrt nach 686 Tagen mit dem VfB Stuttgart erstmals beruflich nach Hamburg zurück. Privat weilt der 46-Jährige öfters in der Hansestadt, weil seine Frau und Kinder hier leben. Wenn er in Hamburg ist, joggt Labbadia gerne um die Alster.

"Ich habe gerne da gearbeitet", sagte Labbadia, der aber keine Brisanz mehr im Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub sieht: "Momentan berührt mich das wenig."

Der Trainer war beim HSV im April 2010 nach einer 1:5-Demütigung gegen 1899 Hoffenheim entlassen worden.

Hecking zurück zu den Wurzeln

Auch für Nürnbergs Trainer Dieter Hecking werden im Heimspiel am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach alte Gefühle wieder hochkommen.

Der 47-Jährige hatte bei der Borussia 1983 seine Profikarriere begonnen. In zwei Jahren kam der damalige Offensivspieler dort auf sechs Bundesligaspiele.

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