Bayern-Star Thomas Müller (l.) wurde bei der WM 2010 Torschützenkönig © imago

Ein Quartett kehrt angeschlagen von den Länderspielen zum FC Bayern zurück. Hoffnung machen dagegen Schweinsteiger und Robben.

Von Martin Volkmar

Köln/Bremen - Das hatten sich die Verantwortlichen beim FC Bayern ganz anders vorgestellt.

Extra zwei Tage vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) sind die Münchner ins Rheinland gekommen, um den Nationalspielern möglichst wenig Reisestress zuzumuten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zudem war Sportchef Christian Nerlinger quasi als Chauffeur für die sechs deutschen Nationalspieler und Franck Ribery zum Länderspiel nach Bremen gekommen.

Doch nur Manuel Neuer, Mario Gomez, Toni Kroos und Ribery traten die nächtliche Rückfahrt ins Teamhotel nach Köln an.

Drei angeschlagene Spieler reisen nach

Dagegen mussten sich die angeschlagenen Holger Badstuber (Bauchmuskelzerrung), Jerome Boateng (Rückenbeschwerden) und Thomas Müller (Oberschenkelprobleme) noch länger von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der sowohl DFB- als auch Bayern-Teamarzt ist, behandeln lassen und konnten erst am Donnerstagmorgen aufbrechen.

Zuvor hatte Müller-Wohlfahrt schon Ribery wegen dessen beim 2:1-Sieg (Bericht) erlittenen Pferdekuss behandelt.

Danach war der Franzose mit dem deutschen Mannschaftsbus ins Hotel gefahren und hatte dort auch als Gast am Nachtessen teilgenommen.

Fragezeichen hinter Ribery und Badstuber

Ob er allerdings auch am Spiel gegen Leverkusen teilnehmen kann, ist offen. Und auch um Abwehrchef Badstuber, der wie Ribery zur Pause ausgewechselt worden war, bangen die Bayern.

"Hinter beiden steht noch ein Fragezeichen", sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Köln, der aber zumindest an Riberys Genesung glaubt.

Ohnehin habe er Komplikationen durch die Länderspiele eingeplant: "Zwölf Nationalspieler waren unterwegs. Ich habe erwartet, dass sich Blessuren einstellen."

Dennoch wird der FCB-Kader immer weiter ausgedünnt, da ja bereits die verletzten Breno, Diego Contento, Daniel van Buyten und Bastian Schweinsteiger ausfallen.

[kaltura id="0_wzg0f79i" class="full_size" title="Schweinsteiger trainiert wieder"]

Schweinsteiger nimmt Lauftraining auf

Immerhin rückt das Comeback des zuletzt schmerzlich vermissten Mittelfeldspielers näher. Am Donnerstag bestritt Schweinsteiger erstmals seit seiner Sprunggelenksblessur vor drei Wochen wieder Lauftraining an der Säbener Straße.

Doch ein Einsatz in Leverkusen ist kein Thema, weshalb Heynckes hofft, dass zumindest Philipp Lahm wieder dabei sein wird. Der Kapitän hatte auf das Länderspiel wegen einer anhaltenden Kniereizung verzichtet.

Lahm: "Ich muss aufpassen"

"Ich muss aufpassen, dass das besser wird", warnte Lahm im "kicker". "Ansonsten stünde vielleicht irgendwann mal eine OP an. Ich habe die letzten drei Tage so gut wie nichts gemacht."

Ansonsten ist beim 28-Jährige die Verunsicherung aufgrund der schwachen Vorstellung in der Rückrunde, vor allem auswärts, zu spüren. "Es ist eine schwierige Phase. Aber wenn man nicht oben steht, dann wird es hier immer unruhig", meinte er.

"Wir glauben jedenfalls weiter an uns. Die Mannschaft hat noch mehr Potenzial, dass sie abrufen kann."

Robben nach Gala in Wembley euphorisch

Das gilt wohl vor allem für Arjen Robben, dessen eher mäßige Vorstellungen ihm zuletzt phasenweise zum Bankdrücker gemacht hatten.

Umso euphorischer zeigte sich der Niederländer nach seiner überragenden Vorstellung und seinem Doppelpack beim 3:2 der "Elftal" in Wembley gegen England.

Kritik an Heynckes

"Ich weiß nicht, ob sie mein Match in Deutschland gesehen haben. Falls nicht, bringe ich ihnen eine DVD mit", sagte Robben und übte zwischen den Zeilen relativ deutliche Kritik an Heynckes:

"Der große Unterschied ist, dass ich hier viel Freiheit im Spiel bekomme und Selbstvertrauen durch den Coach. Ich hoffe, ich kann so jetzt auch wieder in Deutschland spielen."

Das hoffen die Bayern allerdings auch - am besten schon in Leverkusen. Dort will Heynckes die Aufholjagd auf Tabellenführer Borussia Dortmund starten.

"Einiges zu korrigieren"

"Wir haben noch elf Spiele. Da ist noch einiges zu korrigieren. Wir haben noch alle Optionen, auch wenn wir Punkte liegen gelassen haben, was wir uns eigentlich nicht erlauben können", sagte der 66-Jährige.

Und Lahm ergänzte: "Unser Ziel ist es, Deutscher Meister zu werden, und ich glaube an die Mannschaft und den Titel. Alle zwei Jahre wird der FC Bayern normalerweise Meister."

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