Mame Biram Diouf spielte bislang zehn Mal für die senegalesische Nationalmannschaft © getty

Hannovers Neuzugang spricht bei SPORT1 über die Niederlage in Dortmund, seine Sturmpartner und den Traum vom Europa-League-Finale.

Von Thorsten Langenbahn

Dortmund - Mame Biram Diouf hatte in Dortmund nicht nur die BVB-Innenverteidigung gegen sich, sondern auch den Großteil der 80.000 Zuschauer.

Nach seinem Zusamnmenstoß mit Sven Bender, der nach nur acht Minuten verletzt vom Platz musste, pfiffen die BVB-Fans den Neuzugang von Hannover 96 beim 1:3 am vergangenen Wochenende bei jedem Ballkontakt aus.

"Die Pfiffe höre ich gar nicht", sagt Diouf bei SPORT1 jedoch.

Beim BVB legte er Didier Ya Konan mit der Hacke den 1:2-Anschlusstreffer auf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ohnehin hat Diouf bei 96 gut eingeschlagen angesichts eines Treffers und zwei Assists aus vier Spielen in der Liga - dazu das 1:0 in der Europa League gegen Brügge.

Im SPORT1-Interview spricht der 24-Jährige über deutsche Stadien, seinen Stand bei den Referees und das nächste Spiel gegen den FC Augsburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Herr Diouf, ist die Atmosphäre im Signal-Iduna-Park vor 80.000 Zuschauer vergleichbar mit der in England?

Mame Biram Diouf: Ja, es ist ein bisschen vergleichbar mit Old Trafford. Es ist eine großartige Atmosphäre, ich genieße das und spiele gerne hier. In so einem Spiel treibt einen das noch mal an.

SPORT1: Sie haben Sven Bender schon zu Beginn des Spiels an der Nase verletzt. Wie war die Situation?

Diouf: Ich bin zum Ball gegangen und habe ihn nicht kommen sehen. Es tut mir leid, aber das passiert im Fußball.

SPORT1: Die BVB-Fans haben Sie danach bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Hat Sie das gestört?

Diouf: Nein, das stört mich nicht. Es ist doch immer so, wenn man jemanden verletzt - das bin ich gewöhnt. Es ist halt passiert. Die Pfiffe höre ich gar nicht.

SPORT1: Sie arbeiten auf dem Platz hart, sind mit Ihrer Dynamik ein sehr körperlicher Spieler. Wie reagieren die Schiedsrichter in der Bundesliga darauf?

Diouf: Manchmal ist der Schiedsrichter auf deiner Seite, manchmal nicht. Wenn man die erste gelbe Karte gesehen hat, muss man natürlich aufpassen, weil man nicht vom Platz fliegen will. Aber trotzdem suche ich weiter die Herausforderung und gehe in die Zweikämpfe.

SPORT1: Ihr Sturmkollege Didier Ya Konan hat nach mehr als fünf Monaten wieder in der Liga getroffen...

Diouf: Er hat seine Chance genutzt, als er eingewechselt worden ist. Das ist wichtig für ihn, er arbeitet hart. Im Kader brauchst du alle Spieler. Ich freue mich sehr für ihn.

SPORT1: Trotzdem hieß es am Ende 1:2 gegen Dortmund.

Diouf: Es war eine lange Woche für uns, alle drei Tage ein Spiel. Ich glaube, am Ende waren wir auch ein bisschen müde. Man hat gesehen, warum sie Tabellenführer sind - Dortmund hat verdient gewonnen.

SPORT1: Ist die erste 96-Pleite in diesem Jahr ein schwerer Rückschlag?

Diouf: Es ist immer frustrierend, zu verlieren. Wir müssen jetzt zusammen zurückkommen. Das nächste Spiel ist wieder zu Hause. Wenn wir die Partie gegen Augsburg gewinnen, ist diese Niederlage wieder vergessen.

SPORT1: Ihren ersten Bundesliga-Treffer gegen Stuttgart haben Sie mit einem Flic-Flac und anschließendem Salto gefeiert. Ihre besondere Form des Jubelns?

Diouf: Das kommt von ganz allein. Je nachdem, wie man sich gerade fühlt. Wenn mir danach ist, mache ich es einfach.

SPORT1: Wie viele Tore haben Sie sich für die Rückrunde vorgenommen?

Diouf: Das ist egal. Wenn ich auf dem Platz bin, will ich immer treffen.

SPORT1: Sie haben sich schnell ans 96-Spiel gewöhnt. Wie ist es, an der Seite von Mohammed Abedellaoue zu spielen, dem mit elf Treffern zurzeit besten 96-Torschützen?

Diouf: Es ist großartig mit Moa oder auch mit Didier zu spielen. Aber es geht nicht nur um zwei Spieler alleine oder um den Sturm ? wir sind eine Mannschaft. Wir müssen auf dem Platz alle elf zusammen arbeiten, um Siege zu holen.

SPORT1: Auch in der Europa League, wo es im Achtelfinale gegen Standard Lüttich geht. Das Rückspiel findet in Hannover statt. Ein Vorteil?

Diouf: Ja, das ist ein großer Vorteil. Wenn man im Hinspiel schon mal ein Unentschieden oder ein Tor erzielt, hat man eine gute Ausgangsposition, um zu Hause was zu machen. Ich würde ihnen gerne die Favoritenrolle zuschieben. Es ist gut für uns, als Außenseiter anzutreten. Aber ob Favorit oder nicht, das spielt keine Rolle.

SPORT1: Es sind nur drei Runden bis ins Finale. Was ist für 96 in der Europa League noch möglich?

Diouf: Im Fußball kann alles passieren. Warum sollte das nicht klappen? Wir glauben an uns und arbeiten hart, um das zu schaffen.

Weiterlesen