Torjäger par excellence: Luca Toni traf in 31 Bundesliga-Partien 24 Mal © getty

Luca Toni befürchtet international den Anschluss zu verlieren und fordert mehr Topspieler für Bayern.

München - Gebräunt und gut gelaunt präsentierte sich am Dienstag Luca Toni an seinem ersten Arbeitstag bei den Bayern.

"Der Urlaub war schön. Ich habe mich erholt und hatte ein wenig Ruhe. Jetzt geht es wieder los, und es liegt eine harte und mühsame Zeit vor uns", erklärte der Weltmeister von 2006.

Im neu entstandenen Leistungszentrum des Rekordmeisters habe er sich zwar nicht auf Anhieb zurechtgefunden, gestand er, aber es sei "schön und beeindruckend".

Über Durchblick glaubt Toni jedoch in Fragen der Transferpolitik der Bayern zu verfügen.

Auf die Sport1-Frage nach seiner Meinung zur Situation von Lukas Podolski, über dessen Weggang zuletzt immer wieder spekuliert wurde, wiederholte er den Wunsch nach einem bestens bestückten Kader.

"Um die größtmöglichen Ziele zu erreichen, brauchen wir 15 oder 16 Topspieler."

Voller Tatendrang

Toni will mit Bayern in die internationale Spitze vorstoßen, diese Ziele sieht er offenbar gefährdet.

"Wir werden in der Champions League stark gefordert. Auf dem Papier sind einige Mannschaften stärker als wir", glaubt Toni, der in der vergangenen Saison mit den Münchnern im Uefa-Pokal im Halbfinale am späteren Sieger Zenit St. Petersburg scheiterte.

Nach dem enttäuschenden Aus im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien befürchtet der Italiener offenbar nun auch in der Königsklasse ein frühzeitiges Scheitern.

"Muss auf allen Positionen stark besetzt sein"

Der aktuelle Kader, der bisher nur mit den beiden ablösefreien Zugängen Tim Borowski (Werder Bremen) und Ersatztorwart Jörg Butt (Benfica Lissabon) ergänzt wurde, scheint ihm nicht gut genug zu sein, um den hohen Ziele des Champions-League-Siegers von 2001 gerecht werden zu können.

"Man muss auf allen Positionen sehr stark besetzt sein, um vorne dabei sein zu können", sagte Toni und verdeutlichte seine Zweifel: "Drei Stürmer können genug, aber auch zu wenig sein."

Neben ihm stehen in den beiden deutschen Nationalspielern Miroslav Klose und Lukas Podolski nach dem Abgang von Jan Schlaudraff (Hannover 96) nur noch zwei Angreifer im Kader.

Vertrauen in Klinsmann

Zum neuen Trainer hat der Italiener hingegen mehr Vertrauen.

Er habe sich schon am Ende der vergangenen Saison mit Jürgen Klinsmann etwas länger unterhalten, so Toni. Doch da sei es in erster Linie um das neue Leistungszentrum gegangen.

"Auch für den Trainer zählen nur die Resultate", weiß Toni, der seinem Coach viel zutraut:

"Jürgen Klinsmann war mit der deutschen Nationalmannschaft erfolgreich. Und er wird auch hier Erfolg haben."

Konzentration auf den FC Bayern

Über den misslungenen Auftritt bei der Europameisterschaft verlor der 31-Jährige im Übrigen kaum noch Worte.

"Natürlich war ich nach dem Aus enttäuscht, aber es ist vorbei. Ich konzentriere mich auf den FC Bayern, und ich bin froh, dass es wieder los geht", sagte der Angreifer.

Ob mit einer, wie in der Nationalmannschaft, oder mit zwei Spitzen, wie von Klinsmann bevorzugt, sei ihm egal

"Das Wichtigste ist zu spielen, alles andere ist egal", betonte Toni. "Ich möchte viele Tore erzielen und dem FC Bayern dazu verhelfen, seine Ziele zu erreichen."