Mark van Bommel (l.) spielt seit 2006 beim FC Bayern © getty

Der Niederländer hat zum Thema Verstärkungen eine andere Meinung als der Italienier. Der Mittelfeldmann knüpft mögliche Erfolge des FC Bayern aber an eine Bedingung, die er aus Barcelona kennt.

München - Der Gewinn der Champions League steht über allem.

Ob der FC Bayern sein großes Ziel mit oder ohne namhafte Verstärkungen in die Tat umsetzen kann, bleibt dieser Tage das dominierende Thema - nicht nur in den Medien.

Luca Toni hatte am Dienstag seinen zuvor in einem Zeitungsinterview geäußerten Wunsch nach Verstärkungen bekräftigt und gemeint, um in Europas Eliteliga vorne dabei sein zu können, bräuchte man "15, 16 Topspieler".

Mark van Bommel hat jedoch eine andere Meinung als sein italienischer Teamkollege. "Kein Vorwurf an Luca. Aber der Trainer und der Vorstand wissen genau, was zu tun ist", erklärte der 31-Jährige.

"Wir können mithalten"

Laut van Bommel sei der momentane Bayern-Kader stark genug, um international höchsten Anforderungen gerecht zu werden. "Wir können mithalten, aber es muss alles passen", sagte van Bommel. Neue Stars seien dafür jedoch nicht zwingend nötig. "Eine Mannschaft muss wachsen", betonte van Bommel.

"Das war in Barcelona auch so. Als wir 2006 die Champions League gewonnen haben, hatten wir am Anfang der Saison selbst nicht daran geglaubt", erklärte der Niederländer, der im Sommer des Titelgewinns von den Katalanen nach München gewechselt war.

Alles muss stimmen

Sein Mittelfeld-Kollege Ze Roberto sieht die Situation ähnlich: "Wie die Mannschaft jetzt dasteht, ist sie gut genug, um in der Champions League eine gute Rolle zu spielen", glaubt der Brasilianer. Es sei "definitiv das Potenzial da", um auch das Finale zu erreichen.

Ziel sei es natürlich, "das Ding zu gewinnen", so van Bommel. Doch um den begehrtesten Pokal des europäischen Vereinsfußballs zu holen, "müssen alle Faktoren stimmen", ergänzte der Mittelfeldspieler.

Im Uefa-Cup-Halbfinale gescheitert

Die Philosophie müsse sein, "dass man, wenn man in fünf oder zehn Jahren über den FC Bayern von heute redet, sagt: 'Das war eine sehr gute Mannschaft'".

Noch sei längst nicht alles perfekt, "aber wir arbeiten dran", so van Bommel. In der vergangenen Saison habe man "gut bis sehr gut" gespielt, "aber am Ende waren wir nicht hundertprozentig topp." So schieden die München im Uefa-Pokal-Halbfinale durch eine 0:4-Niederlage bei Zenit St. Petersburg aus.

Dass sich der FC Bayern nach der abgelaufenen Spielzeit nach neuen Spielern - auch auf seiner Position - umgesehen hat, ist für van Bommel ganz normal.

Rolle des Kapitäns noch offen

"Jeden Spieler, der die Mannschaft besser macht, muss man begrüßen", sagte der "Aggressive Leader", der in der vergangenen Saison zwei Mal die Ampelkarte sah: "Ich arbeite daran, ruhiger zu werden."

Auf die mögliche Rolle des Kapitäns angesprochen, erklärte er in seiner typischen blumigen Art: "Falls ich gefragt werde, würde ich mich sehr freuen. Wenn nicht, ist auch kein Mann über Bord."

Wichtigstes Ziel: Champions-League

Wichtiger als der Kapitänsposten ist der Gewinn großer Titel. Allzu gern würde er den Champions-League-Pokal wieder in den Händen halten. "Natürlich gehören wir zu den Favoriten, aber es hängt nicht nur von uns ab", meinte van Bommel.

"Man hat viele Ziele, aber Garantien gibt es nicht. Die kriegst du nur auf Waschmaschinen."