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Chris Kamans Freigabe zieht sich hin. Die NBA zwingt den Center erneut zur Untersuchung. "Wir hoffen und bangen", sagt der DBB- Sportdirektor zu Sport1.de. Nowitzki nervt auch die Pleite im vorletzten Test.

Krankenhaus statt Nationalmannschafts-Debüt, Bangen statt Sicherheit - der extra vor Olympia eingebürgerte NBA-Star Chris Kaman ist fünf Tage vor Beginn der Peking-Qualifikation der deutschen Basketballer immer noch eine unkalkulierbare Größe.

"Langsam wird es Zeit, dass er ans Spielen kommt", sagte selbst Bundestrainer Dirk Bauermann nach der 86:91 (33:40)-Niederlage von Dirk Nowitzki und Co. gegen Kanada in Hamburg.

"Wir stehen unter erheblichem Zeitdruck", sagte DBB-Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt Sport1.de.

Am Tag des vorletzten Testspiels vor dem olympischen Quali-Turnier in Athen (14. bis 20. Juli) warteten die Deutschen vergeblich auf die Freigabe des Center der Los Angeles Clippers. Die NBA prüft das Standard-Versicherungspaket für den 26-Jährigen noch.

Kaman womöglich ohne Generalprobe

Kaman landete zwar aus Kalifornien kommend in der Hansestadt, absolvierte auch ein leichtes Training.

Doch statt erstmals für Deutschland aufzulaufen, ließ er sich nach der ersten Hälfte in ein Hamburger Krankenhaus chauffieren, um auf Geheiß seines Arbeitgebers noch einmal eine Kernspintomographie seines mehrere Monate lang lädierten Sprunggelenks durchführen zu lassen.

"Chris selbst war am meisten betroffen", berichtete Brenscheidt. "Er war dermaßen enttäuscht?" Auch das Mitwirken Kamans bei der Generalprobe des deutschen Teams am Freitag (20.15 Uhr) in Mannheim gegen Kanada ist noch fraglich.

Verzögerung wegen Nationalfeiertag

"Wir hoffen und bangen", meinte Brenscheidt, der in der vergangenen Woche persönlich in L.A. den Vorgang vorangetrieben hatte.

"Wir konnten erst nach Kamans Einbürgerung agieren", erläuterte der Sportdirektor. "Und durch den Unabhängigkeitstag in den USA sind wir aufgehalten worden."

Das Geld sei längst bei der NBA hinterlegt, doch es handele sich um eine deutlich niedrigere Summe als bisher angenommen oder für Nowitzki gezahlt.

Police gilt für alle FIBA-Wettbewerbe

"Es geht um knapp 20.000 Euro, die auch die Olympischen Spiele abdecken würden". Hat der Spieler keine komplizierte Verletzungsgeschichte, gelte der gleiche Vertrag mit der NBA, der alle offiziellen Wettbewerbe des Weltverbands Fiba in einem Jahres abdeckt.

Bei Ronny Turiaf, Zydrunas Ilgauskas, Jorge Garbajosa oder dem wiederholt am rechten Sprunggelenk lädierten Nowitzki hätten die Klubs jedoch eine Ausschlussregelung erwirkt.

In diesen Fällen müssten die Nationalverbände zwar keine Dokumente an die NBA schicken, dafür kostet die Police zumeist viel mehr.

Michael Spandern