Joseph S. Blatter ist seit 1998 Präsident der FIFA
Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident © getty

FIFA-Präsident Sepp Blatter hat bei einem Besuch in Jerusalem eine von Palästinenser-Seite geforderte Bestrafung des israelischen Fußball-Verbandes ausgeschlossen.

Wegen vermehrter Festnahmen von Spielern und Offiziellen bei Reisen zwischen dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen hatte Palästina, seit 1998 Mitglied des Weltverbandes, die FIFA zu Maßnahmen gegen Israel aufgerufen.

"Ich trenne Politik und Sport", sagte Blatter am Dienstag.

Zuvor hatte sich der Schweizer mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und dem Chef des israelischen Fußball-Verbandes IFA, Avi Luzon, getroffen.

Schon am Montag hatte er in Ramallah mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gesprochen.

Abbas hatte erneut von der FIFA gefordert, die Israelis "zur Rechenschaft zu ziehen", sollte sie weiterhin Sportler an Reisen hindern.

Zuletzt hatten palästinensische Offizielle angekündigt, während des FIFA-Kongresses in Sao Paulo im Vorfeld der WM in Brasilien einen Ausschluss Israels aus dem Weltverband fordern zu wollen.

Blatter positionierte sich dennoch am Dienstag klar an der Seite Israels: "Ich weiß nicht, auf welcher Grundlage die FIFA Maßnahmen gegen die IFA ergreifen könnte, wenn sie nach den Regeln und Statuten der FIFA handelt."

Bislang habe es Verletzungen der Vorschriften nicht gegeben, ergänzte Blatter. "Ich kann Ihnen sagen, dass Ihr Verband ein gutes FIFA-Mitglied ist", sagte der 78-Jährige während einer Pressekonferenz in Richtung Luzon.

Die Israelis erklären das Misstrauen gegenüber palästinensischen Sportlern und Offiziellen auf der Durchreise mit der Tatsache, dass ihr Land schon mehrfach von Sportstätten aus mit Raketen beschossen worden sei.

Sie bezichtigen zudem offizielle Stellen in Palästina, den Sport für anti-israelische Propaganda zu benutzen.

Die FIFA hatte schon im Juli eine Arbeitsgruppe zur Lösung des Problems eingesetzt. Blatter erklärte in Jerusalem, den beiden Verbänden sei ein Verständigungsabkommen überreicht worden, das beide Seiten auf dem FIFA-Kongress unterzeichnen sollen.

Details über den Inhalt des Abkommens nannte Blatter nicht. Die Situation zwischen beiden Parteien hatte sich im Januar verschärft, weil israelische Grenzsoldaten zwei palästinensische Fußballer angeschossen haben sollen.

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