Steht wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck: FIFA-Chef Joseph Blatter
Joseph S. Blatter will sich als FIFA-Boss wiederwählen lassen © getty

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat erstmals eingeräumt, dass die Vergabe der WM 2022 an Katar ein Irrtum war.

"Sicher war es ein Fehler! Aber wissen Sie, man macht viele Fehler im Leben", sagte der Präsident des Weltverbandes in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehsender "RTS".

"Es war in einer Expertise klar angezeigt worden, dass die Temperaturen im Sommer zu hoch sein würden. Dieser Umstand hat das Exekutivkomitee der FIFA jedoch nicht davon abgehalten, die WM mit einer großen Mehrheit an das Emirat zu vergeben", sagte Blatter.

Der 78-Jährige favorisiert einen Termin Ende 2022, um der teils brütenden Sommerhitze in Katar auszuweichen.

Angesichts der Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius, hartnäckiger Bestechungsvorwürfe und menschenunwürdiger Zustände auf Baustellen mit Verbindung zur WM 2022 kocht die Diskussion über einen Entzug der Gastgeberrolle für Katar immer wieder hoch.

Die Führungspersonen des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) sprechen vor dem Hintergrund zahlreicher Todesfälle unter den Fremdarbeitern seit langem von "Sklaverei" und warnen, bis zur WM könnten bis zu 4000 Arbeiter sterben.

Amnesty International dokumentierte im vergangenen Jahr in einem Bericht schwere Menschenrechtsverletzungen.

Bei der Vergabe durch das Exekutivkomitee der FIFA am 2. Dezember 2010 in Zürich hatte sich Katar gegen die USA, Japan, Südkorea und Australien durchgesetzt.

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