Ante Sapina gilt als zentrale Figur bei mehrfachem Fußball-Wettbetrug © getty

Im Prozess um einen der größten Manipulationsskandale der europäischen Fußball-Geschichte darf Wettbetrüger Ante Sapina auf eine mildere Strafe hoffen - muss gleichzeitig aber ebenso wie Mittäter Marijo C. eine längere Haftstrafe befürchten.

Am ersten Tag der Neu-Verhandlung vor dem Landgericht Bochum stellte der Vorsitzende Richter Carsten Schwadrat erwartungsgemäß fest, dass Teile der erstinstanzlichen Verhandlung wieder aufgerollt werden müssen.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte das erste Urteil von Mai 2011 in Teilen aufgehoben und an die Rückläuferkammer des Bochumer Landgerichts zurückgegeben.

In der zunächst auf 13 Tage angesetzten Nachverhandlung muss nun geklärt werden, ob Sapina aufgrund seines umfangreichen Geständnisses unter Umständen unter die sogenannte Kronzeugenregelung fällt und so für eine Strafmilderung infrage kommt.

Gleichzeitig droht den beiden Angeklagten aber auch eine härtere Strafe, sollte die 13. Strafkammer des Landgerichts zu der Auffassung gelangen, dass auch die insgesamt fünf Spiele, in denen ein Manipulationsversuch nicht zum benötigten Spielergebnis geführt hatte, als vollendeter Betrug gewertet werden.

Darunter fallen unter anderem das U-21-EM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Georgien (18. November 2009/1:0) und die Partie Kapfenberger SV - Austria Wien (28. Oktober 2009/1:0).

Zudem muss der Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs erneut geklärt werden.

Richter Schwadrat machte zu Beginn der Verhandlung klar, dass die Beanstandungen des BGH gründlich geprüft würden: "Wir werden uns der Sache sorgfältig annehmen, scheuen aber keinen langen Prozess oder eine gerichtliche Auseinandersetzung."

Als rechtskräftig sah die Strafkammer die Verurteilung in 26 (C.) beziehungsweise 22 (Sapina) Fällen an, da die gewünschten Spielergebnisse tatsächlich eintraten.

Im ersten Prozess waren Sapina und C. wegen teils vollendeten, teils versuchten gewerbsmäßigen Betrugs zu Haftstrafen von je fünfeinhalb Jahren verurteilt worden.

Der nächste Verhandlungstag ist für den 6. Dezember angesetzt.

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