Englands Matchwinner Rickie Lambert konnte sein unverhofftes Glück kaum fassen.

"Es war meine erste Ballberührung und wahrscheinlich der beste Kopfball, der mir in meinem Leben gelungen ist", sagte der 31-Jährige vom FC Southampton über sein 3:2 (1:1)-Siegtor in der 70. Minute für die englische Nationalmannschaft gegen den britischen Erzrivalen Schottland im Londoner Wembley-Stadion.

In der 67. Minute war Lambert für Three-Lions-Star Wayne Rooney eingewechselt worden, drei Minuten später gelang ihm sein Tor-Coup.

Aus sieben Metern Entfernung wuchtete er den Ball ins gegnerische Tor, flitzte anschließend wie ein Irrwisch über den Platz und war unglaublich stolz.

"Das ist das, wovon ich mein Leben lang geträumt habe. Wenn es mein einziger Auftritt im England-Trikot sein wird - was ich natürlich nicht hoffe -, dann hätte es nicht besser sein können. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden", sagte Lambert, der bislang kaum in Erscheinung getreten war.

Im reifen Fußball-Alter wurde er erstmals in die Auswahl des Fußball-Mutterlandes berufen und dankte es Teammanager Roy Hodgson mit seinem Treffer.

James Morrison (12.) hatte die Schotten in Front gebracht, Theo Walcott (29.) vom FC Arsenal erzielte noch vor der Pause den Ausgleich.

Die erneute Führung Schottlands durch Kenny Miller (50. ), der die zu Tausenden mitgereisten "Bravehearts" zum Toben brachte, egalisierte zunächst Danny Welbeck (53./Manchester United).

Lambert war es dann vorbehalten, für die Entscheidung zugunsten der Mannschaft von Hodgson zu sorgen.

Hinter dem Oldie, der einen Eckball von Leighton Baines verwertete, liegt eine wechselvolle Karriere.

Als Nachwuchsmann wurde er vom FC Liverpool nicht genommen, dümpelte bei unterklassigen Klubs wie Macclesfield, Stockport, Rochdale und den Bristol Rovers herum.

Schließlich landete Lambert in Southampton und führte die Saints 2012 in die Premier League zurück.

Mit 15 Toren war er am Klassenerhalt des Klubs in der letzten Saison im Oberhaus beteiligt und empfahl sich für eine Berufung durch Hodgson.

Unter der Leitung des FIFA-Schiedsrichters Felix Brych (München) begann Schottland mutig und ging begünstigt von einem Fehler des englischen Torwarts Joe Hart (Manchester City) in Führung.

Die restliche Spielzeit stürmten fast nur noch die Engländer, die sich trotz des erneuten Rückstandes nicht beirren ließen.

Am 6. September treffen die derzeit zweitplatzierten Engländer in der WM-Qualifikationsgruppe H auf Moldau.

Die bereits vorzeitig gescheiterten Schotten empfangen Belgien.

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