Der kolumbianische Traditionsverein Millonarios erwägt einen Verzicht auf die Meisterschaften, die der Klub während der Hochzeit des Drogenkartells gewonnen hat. Das erklärte Millonarios-Präsident Felipe Gaitan Tovar im Vorfeld des Freundschaftsspiels beim spanischen Rekordmeister Real Madrid am Mittwoch (20.30 Uhr).

"Wir alle wissen, welches Unglück es in der Vergangenheit im kolumbianischen Fußball gab. Wir werden diese Diskussion führen", sagte Tovar am Dienstag dem Radiosender "W" in Madrid. Betroffen wären die beiden Meistertitel, die der Klub Ende der 80er Jahre gewonnen hat.

In dieser Zeit standen die Millonarios unter dem Einfluss von Gonzalo "Der Mexikaner" Rodriguez Gacha, der als Militärchef des berüchtigten Medellin-Kartells von Pablo Escobgalt.

In den 80er und 90er Jahren pumpten die kolumbianischen Drogenkartelle Millionen Drogendollars in den Profifußball.

Die Millonarios gastieren am Mittwoch in Madrid. Das Spiel gilt als eine Geste zu Ehren von Klub-Legende Alfredo di Stefano, der in den 50er Jahren für beide Klubs spielte. In dieser Epoche galten die Millonarios als eines der besten Teams der Welt und trugen den Spitznamen das "blaue Ballet".

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