Ein italienischer Staatsanwalt wollte 1991 die argentinische Legende Diego Armando Maradona offenbar wegen Drogenhandels verhaften.

"1991 war ich ein junger Staatsanwalt und beschäftigte mich mit Ermittlungen rund um Drogenhandel in Neapel. Bei Ermittlungen gegen einen Mafia-Boss stießen wir auf Maradona", schreibt Luigi Bobbio in seinem Buch "Pallone criminale" ("Krimineller Fußball"), aus dem Auszüge vorab veröffentlicht wurden.

Bobbio führt aus: "Er kaufte beträchtliche Mengen Drogen, die er selbst konsumierte oder einigen Prostituierten weitergab, die er in einem Hotel traf."

Aus Angst vor Protesten der Fans, die Maradona wie einen Heiligen verehrten, habe Neapels Oberstaatsanwalt die Festnahme des Stürmers nicht genehmigt. "Er war der Ansicht, dass wir die Ermittlungen gegen Maradona auch mit ihm auf freiem Fuß hätten weiterführen können. Ich war anderer Meinung", sagte Bobbio.

"Damals wurde Maradona von der Staatsanwaltschaft und den Fußballinstitutionen einem Drogentest unterzogen. Wir testeten ihn positiv auf Kokain, die Antidoping-Kommission nicht. Ich denke, dass ihn die Welt des Fußball gedeckt hat", so Bobbio.

Der Weltmeister von 1986 hatte von 1984 bis 1991 für SSC Neapel gespielt. Dank Maradona wurde der SSC zweimal Meister.

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