Norman Bettison, Polizeipräsident von West Yorkshire, macht laut übereinstimmender englischer Medienberichte weiter die Fans des FC Liverpool für die Hillsborough-Katastrophe verantwortlich.

"Das Verhalten der Fans hat den Job der Polizei erschwert. Ich habe nicht mehr Schuld an der Katastrophe als der sonnige Tag, der die Fans dazu veranlasst hat, auch nach dem Anstoß weiter vor dem Stadion herumzulungern. Ich hatte diese Ansicht damals und ich habe sie noch heute", sagte der 56-Jährige, der 1989 als Chef-Inspektor am Polizei-Einsatz im Stadion von Sheffield beteiligt gewesen war.

Zudem "begrüßte" Bettison eine mögliche Untersuchung gegen die Polizei, da er "nichts zu verbergen" habe.

Trevor Hicks, Vorsitzender des Opfer-Verbandes "Hillsborough Family Support Group", forderte Bettison mit klaren Worten zum Rücktritt auf:

"Wenn er ein Mann wäre, würde er sich durch ein Abflussrohr davonmachen." Hicks hatte bei der Hillsborough-Katastrophe zwei Töchter verloren.

Der Untersuchungsbericht eines unabhängigen Gremiums war zu dem Ergebnis gekommen, dass mindestens 41 Todesopfer der Katastrophe hätten gerettet werden können.

Polizei- und Rettungskräften seien schwere Fehler unterlaufen, zudem habe die Polizei später für sie negative Passagen aus Berichten entfernt.

Bei der Hillsborough-Katastrophe waren am 15. April 1989 beim Halbfinalspiel des FA Cups zwischen Nottingham Forest und dem FC Liverpool während eines Gedränges im überfüllten Liverpool-Block des Stadions in Sheffield 96 Menschen getötet worden.

Ein offizieller Untersuchungsbericht ("Taylor Report") kam 1990 zu dem Ergebnis, dass die Hauptursache für die Tragödie ein Versagen der Sicherheitskräfte gewesen sei. Eine Folge war die Abschaffung der Stehplätze in den Stadien auf der Insel.

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