Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) will trotz des Umgangs mit der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko durch die ukrainischen Behörden nicht auf ein geplantes Länderspiel gegen EM-Gastgeber Ukraine am 1. Juni in Innsbruck verzichten. Das erklärte ÖFB-Präsident Leo Windtner am Mittwoch.

"Eine politisch motivierte Absage ist aus sportlichen Gründen nicht sinnvoll und wäre auch ein denkbar schlechtes Signal an die Europäische Fußball-Union", sagte Windtner: "Das Länderspiel ist ein sportliches Ereignis der beiden Verbände. Hierbei steht der Sport klar im Vordergrund, nicht die Politik."

Der ÖFB behält sich allerdings vor, seine Entscheidung zu überdenken, wenn die UEFA dies fordere.

Mitglieder der österreichischen Regierung hatten zuvor mitgeteilt, auf einen Besuch von EM-Spielen in der Ukraine zu verzichten.

Timoschenko, die inhaftierte ehemalige Regierungschefin der Ukraine, befindet sich im Hungerstreik. Die Ukraine und Polen sind zusammen Gastgeber der EURO 2012 (8. Juni bis 1. Juli).

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