Im italienischen Wett- und Manipulationsskandal ist der Staatsanwaltschaft angeblich ein großer Schlag gelungen.

Wie die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag berichtete, haben die ermittelnden Staatsanwälte von Cremona das Notizbuch eines chinesischen Geschäftsmannes beschlagnahmt, in dem Dutzende Namen von Profis und Managern mit den jeweiligen gesetzten Beträgen notiert sind. Der Chinese soll ein Drahtzieher des internationalen Wettrings sein.

Weltmeister Gennaro Gattuso erhielt im Zuge der Ermittlungen gegen seine Person derweil Rückendeckung vom Präsidenten des Zweitligisten US Palermo, Maurizio Zamparini.

"Ich kenne Gattuso, und ich würde ihm meine Geldbörse anvertrauen. Es scheint mir unglaublich, dass er in die Wettaffäre verwickelt ist", sagte Zamparini, bei dem Gattuso seine Trainerkarriere begonnen hatte.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass in der "Calcioscommesse"-Affäre auch Ermittlungen gegen den Ex-Profi des AC Mailand sowie gegen dessen früheren Mannschaftskameraden Cristian Brocchi eingeleitet worden sind.

Beide sollen im Kontakt zu Personen gestanden haben, die als illegale Vermittler Spiele für circa 700.000 Euro zur Manipulation angeboten haben.

Die Staatsanwaltschaft spricht von bis zu 30 Spielen der Serie A, die in den letzten Jahren verschoben wurden. In einer großangelegten Razzia wurden vier Verdächtige festgenommen, Gattusos Haus wurde laut Medienberichten durchsucht.

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