Die Niederlage von Miroslav Klose und Lazio Rom im italienischen Supercup gegen Meister Juventus Turin (0:4) ist von rassistischen Anfeindungen begleitet worden.

Die dunkelhäutigen Juve-Profis Paul Pogba, Angelo Ogbonna und Kwadwo Asamoah wurden in den letzten Minuten des Spiels Opfer von Beleidigungen durch römische Zuschauer. Die italienische Liga reagierte am Montag, Lazio wird die Fantribüne "Curva Nord", aus der die rassistischen Rufe kamen, für ein Spiel nicht öffnen dürfen.

Via Stadionlautsprecher wurde das Verhalten angemahnt, Schiedsrichter Gianluca Rocchi beendete wenig später einige Sekunden vor dem offiziellen Spielende die Partie.

Giancarlo Abete, Chef des italienischen Fußballverbands FIGC, betonte im Anschluss, dass sich Italien den neuen UEFA-Regeln zur Bekämpfung des Rassismus anpassen werde.

Pogba, der für Turin das 1:0 erzielt hatte, sparte nicht mit Kritik an den Zuschauern. "Das sind Dummköpfe. Leider kann man dagegen wenig tun. Ich stehe allein gegen 30.000 Lazio-Fans", sagte der französische Mittelfeldspieler.

Die rassistischen Schmährufe in Rom erinnern an den Vorfall um den Deutsch-Ghanaer Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand im Januar. Damals verhöhnten Fans des italienischen Viertligisten Pro Patria den 26-Jährigen mit rassistischen Sprechchören.

Boateng verließ den Platz, die Mitspieler schlossen sich an, die Partie wurde abgebrochen. Sechs Pro-Patria-Fans wurden zu Gefängnisstrafen von 40 Tagen bis zu zwei Monaten verurteilt. Ein Gericht belegte die Männer zudem mit einer Geldstrafe von insgesamt 10.000 Euro.

Weiterlesen