Zwei Wochen vor der EM hat der italienische Wettskandal die Nationalmannschaft erreicht.

Bei einer Razzia im Trainingslager der Squadra Azzurra durchsuchte die Polizei am Montagmorgen das Zimmer von Abwehrspieler Domenico Criscito, der derzeit beim russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg unter Vertrag steht. Am Nachmittag gab Verbands-Vize-Präsident Demetrio Albertini bekannt, dass der Profi nicht für die EM-Endrunde (8. Juni bis 1. Juli) nominiert werde.

17 Personen sind insgesamt in den Sog der neuen Ermittlungen im Wettskandal geraten.

Stefano Mauri, Teamkollege des deutschen Nationalstürmers Miroslav Klose bei Lazio Rom, wurde unterdessen sogar verhaftet.

Vorläufig festgenommen wurde auch der Mittelfeldspieler des Zweitligisten Padova Calcio, Omar Milanetto. Ihnen wird Sportbetrug vorgeworfen. Mauro und Milanetto sollen Spiele manipuliert haben. Sie hatten außerdem angeblich Kontakte zu Mitgliedern einer internationalen agierenden kriminellen Organisation, die Spiele manipuliert haben soll.

Betroffen war auch der Trainer des italienischen Meisters Juventus Turin, Antonio Conte. Gegen den 42-Jährigen wird wegen Sportbetrug ermittelt. Die Wohnung des Coaches, der seit einem Jahr den italienischen Rekordmeister trainiert, wurde von der Polizei durchsucht. Conte hatte vergangene Woche seinen Vertrag bei der "Alten Dame" bis 2015 verlängert.

Betroffen von der Razzia waren mehrere Fußballer der Serie A und B, sowie Trainer und Manager. Zu ihnen zählt auch der Stürmer von FC Genua, Giuseppe Sculli. Außerdem wurde die Wohnung des Chievo-Stürmers Sergio Pellissier durchsucht. Ihnen wird ebenfalls Sportbetrug vorgeworfen.

Auch gegen Ex-Nationalspieler Giuseppe Signori wurden schwere Vorwürfe erhoben. Der 43-Jährige, der bereits im vergangenen Juni wegen illegalen Wetten vorläufig festgenommen worden war, wird jetzt auch der Geldwäsche beschuldigt. Ein Freund Signoris und sein Steuerberater wurden unter Hausarrest gestellt.

Verhaftet wurde auch Matteo Grilli, Fußballer des Zweitligisten Albinoleffe.

Verhaftet wurden in Ungarn auch fünf Mitglieder einer Organisation um den Singapurer Tan Seet Eng, der laut den Ermittlern einen asiatischen Wettring geleitet haben soll.

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