Die Derby-Niederlage ist der finale Tiefschlag am Ende einer Katastrophen-Hinrunde. Balotelli schickt höhnische Twitter-Grüße.

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Mailand - Die Nachricht am Morgen danach wirkte dann doch ein wenig deplatziert. Mario Balotelli, teilte da ein Sportartikelunternehmen mit springender Raubkatze im Logo mit, habe am Wochenende bereits zum zweiten Mal die Schuhe seines neuen Ausrüsters getragen.

Das Besondere: Bedruckt ist dieses Modell mit Zeitungs-Schlagzeilen über Balotelli - sie sollen, erklärt das Unternehmen, dessen noch "junge und beeindruckende Spielerkarriere dokumentieren".

Es ist davon auszugehen, dass die jüngsten Schlagzeilen über Balotelli keinen Platz auf seinen Schuhen bekommmen werden.

"Balotelli ist deprimiert", schrieb am Montag etwa die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport", und das dürfte daran liegen, dass der italienische Nationalspieler dem AC Mailand angehört.

Milan hat am Sonntag das Stadtduell mit Inter verloren, 0:1 durch den Treffer von Rodrigo Palacio aus Argentinien (86.). (Bericht)

Veritable Krise

Das bedeutet: Balotellis Milan steckt in einer veritablen Krise.

Von der Tabellenführung, gehalten von Juventus Turin, trennt den siebenmaligen Sieger der europäischen Königsklasse ein Graben von 27 Punkten.

Zum ersten Abstiegsplatz ist es dagegen lediglich ein kleiner Spalt von 5 Punkten. Es handelt sich dabei in der Tat um jenes Milan, das in der Champions League nun im Achtelfinale auf Atletico Madrid trifft.

Allegri noch Trainer?

Gespielt wird dieses Achtelfinale Mitte Februar, und es ist fraglich, ob Massimiliano Allegri dann noch Trainer der "Rossoneri" sein wird.

Dass sein Stuhl wackelt, darf getrost als Untertreibung gewertet werden nach Wochen der Enttäuschungen.

"Kein schönes Weihnachten", prophezeite die Sporttageszeitung "Corriere dello Sport" dem Trainer am Montag und ergänzte: "Dunkle Wolken ziehen sich am Horizont zusammen."

Adriano Galliani, langjähriger Geschäftsführer von Milan, soll dem Vernehmen nach schon zu Clarence Seedorf Kontakt aufgenommen haben.

Der Niederländer (37), 2012 von Milan zu Botafogo FR nach Rio de Janeiro gewechselt und einziger Spieler, der mit drei verschiedenen Vereinen die Champions League gewonnen hat, soll übernehmen: vielleicht schon zum neuen Jahr, spätestens aber zur neuen Saison. Und wird es nicht Seedorf, wird es wohl ein anderer werden.

Frust über den Schiri

Vielleicht käme alles ein bisschen anders, hätte im Derby gegen Inter Schiedsrichter Paolo Mazzoleni nicht ein wenig unglücklich eingegriffen.

Mazzoleni übersah ein Handspiel von Samir Handanovic, der damit unzulässig eine Großchance von Balotelli vereitelte - Elfmeter wäre es auch gewesen.

Weshalb Balotelli nach dem Spiel auf Twitter wissen ließ, er wünsche allen fröhliche Weihnachten und ein glückliches neues Jahr, "auch für den Schiedsrichter".

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Kein Stoff für Schlagzeilen

Ansonsten gibt die derzeitige Lage keinen Stoff für neue Schlagzeilen her, Schlagzeilen wie "Bye bye Germania" in Erinnerung an die zwei Tore Balotellis im EM-Halbfinale 2012 gegen Deutschland (2:1).

"Super-Mario hat zu viele Fehler gemacht", schrieb die "Gazzetta" nach der Niederlage gegen Inter.

Wer will das schon über sich lesen, noch dazu, wenn er sich die Schuhe bindet?

Balotellis Zeitungsschuhe bei Twitter:

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