Kevin-Prince Boateng (r.) wechselte 2010 vom FC Portsmouth zum AC Mailand © getty

Der Star zeigt sich bei SPORT1 überzeugt, mit dem AC trotz knapper Kassen wieder in Liga und Champions League anzugreifen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Platz drei beim Audi Cup in München, Platz drei beim Champions Cup in den USA: Für Kevin-Prince Boateng und den AC Mailand läuft die Saisonvorbereitung nicht unbedingt geschmeidig.

Siegen gegen den FC Sao Paulo und Los Angeles Galaxy stehen Niederlagen gegen Manchester City und den FC Chelsea gegenüber - direkte Konkurrenten auf der europäischen Bühne also.

Niederlagen, die Boateng ganz und gar nicht schmecken.

"Der AC Mailand ist einer der größten Vereine der Welt, wir müssen ganz oben mitspielen", forderte der 26-Jährige selbstbewusst für die neue Saison.

Boateng ist mittlerweile eines der wichtigsten Milan-Gesichter, "Boa" ist der Antreiber und einer, der die stark verjüngte Truppe von Trainer Massimiliano Allegri anleiten soll.

Dass Milan in der Vorsaison beinahe den FC Barcelona aus der Champions League gekegelt hätte, lag mit an ihm.

Der gebürtige Berliner traf beim 2:0-Sieg über Barca, das im Rückspiel jedoch die Wende schaffte.

Champions League als Chance

"Wir waren im letzen Jahr traurig nach dem super Hinspiel", sagte Boateng im Gespräch mit SPORT1. "Diesmal wollen wir es aber besser machen."

Allerdings muss Milan als Dritter der Serie A zuerst in die Playoffs zur Königsklasse, wo mit dem PSV Eindhoven kein einfacher Gegner wartet. Boateng kennt dabei auch die (neuen) Zwänge der Mailänder.

"Milan hat den Weg eingeschlagen, auf junge, talentierte Spieler zu setzen. Das hat auch damit zu tun, dass sie sagen, man ist finanziell nicht mehr so stark wie früher."

Er geht aktuell dennoch davon aus, dass noch "ein, zwei neue Spieler" kommen.

So oder so ist er von Milans Qualität überzeugt. "Viele Leute denken, wir sind nicht wettbewerbsfähig, aber die liegen falsch", stellte er jüngst klar.

"Es sind weniger Top-Namen bei uns, aber immer noch Spieler mit großem Talent wie Balotelli, El Shaarawy und Montolivo."

Gewandelt und gereift

Vor der WM 2010 musste Boateng heftig Kritik einstecken, als er im FA-Cup-Finale mit Portsmouth den damaligen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack rüde foulte.

Trifft man Boateng in diesen Tagen, erlebt man einen Spieler, der gewandelt und gereift auftritt.

Sein Bekenntnis zu Milan wirkt authentisch, zumal er beim Champions-League-Sieger von 2007 die prestigeträchtige Rückennummer 10 trägt.

"Das ist eine Ehre und auch eine Riesenlast. Ich freue mich über diese Last", sagte Boateng.

Klopp? "Wir quatschen regelmäßig"

Der Star mit dem dunklen Kinnbart verweist zudem auf seinen noch zwei Jahre laufenden Vertrag, den Kontakt zu seinem früheren BVB-Trainer Jürgen Klopp dementiert er indes nicht.

Warum auch? "Wir quatschen immer noch regelmäßig. Das wird sich auch nicht ändern, weil er einfach wie ein Kumpel ist."

Boateng wird zum Saisonstart wieder für die Rossoneri rackern, bekräftigt das mit einem lockeren: "So sieht es aus".

Der 26-Jährige bleibt Serie-A-Spieler und somit ein Star einer Liga, die nach mageren Zeiten wieder zuzulegen scheint.

Mario Gomez wechselte vom FC Bayern zur Fiorentina, Carlos Tevez von ManCity zu Juve, Gonzalo Higuain von Real Madrid zu Neapel.

"Gomez passt überall hin"

Boateng beglückwünschte Florenz zur Verpflichtung von Gomez. "Er passt überall hin, ich wünsche ihm viel Glück", sagte er über den deutschen Nationalspieler und fügte hinzu: "Es ist wunderschön, wenn Spieler wie Tevez, Higuain oder Mario den Weg nach Italien suchen, das heißt, dass der Fußball hier noch sehr gefragt ist."

Als Maßstab in der Champions League sieht er dennoch den FC Bayern und Dortmund.

"Man hat auch im Supercup gesehen, was das für zwei gigantische Teams sind und wie sie Fußball spielen und mit welcher Geschwindigkeit. Da müssen auch Barcelona oder Real Madrid mittlerweile nachrüsten."

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