Delio Rossi trainierte von November 2011 bis Mai 2012 den AC Florenz © getty

Delio Rossi geht beim 2:2 der Fiorentina gegen Novara auf seinen eigenen Spieler los und verliert deshalb seinen Job.

Rom - Der AC Florenz hat seinen Trainer Delio Rossi entlassen.

Der Coach hatte im Spiel gegen Novara Calcio am Mittwoch (2:2) seinen Spieler Adem Ljajic verprügelt.

Ljajic war in der 32. Minute von Rossi ausgewechselt worden, der 20 Jahre alte Serbe quittierte die Auswechslung mit Beleidigungen und höhnischen Gesten.

Das brachte den Fiorentina-Trainer derart in Rage, dass er Ljajic packte und mit der anderen Hand mehrfach auf ihn einschlug (DATENCENTER: Serie A).

Rossi wurde noch am Abend des 36. Spieltags von Klub-Chef Andrea Della Valle entlassen, obwohl sich der Coach entschuldigte.

"Die Nerven sind mit ihm durchgegangen"

"In meinen zehn Jahren im Fußball war dies meine schwerste Entscheidung. Rossi ist provoziert worden und die Nerven sind mit ihm durchgegangen. Aber wir mussten so entscheiden", erklärte Della Valle.

Rossi droht nun eine Sperre durch den italienischen Verband sowie eine Anzeige von Ljajic wegen Körperverletzung.

Am Donnerstag wurde Vincenzo Guerini, der bisherige Klubmanager, als Nachfolger vorgestellt. Am Nachmittag sollte der 48-Jährige bereits das Training leiten.

Turbulente Szenen

Auch auf Ljajic kommen Konsequenzen zu. "Er wird eine Geldstrafe bekommen, denn er hat den Trainer provoziert", sagte Florentina-Boss Della Valle.

Und er fügte an, dass die Auseinandersetzung Höhepunkt der "Monate voller Spannung" gewesen sei, schließlich steckt Florenz so lange schon im Abstiegskampf.

Für Della Valle ist die Entlassung des Trainers schmerzhaft, zumal er mit ihm "ein Projekt" für die neue Saison aufbauen wollte.

Umgekehrt hatte Della keine andere Wahl, nachdem Rossi wild auf Ljajic eingeschlagen hatte.

Der Serbe Ljajic war vor aus der Auswechslung von Teilen der eigenen Fans rassistisch beleidigt worden. Coach Rossi feierten indes einige Tifosi sogar nach seinem Ausraster mit Beifall und Sprechchören.

Juve patzt gegen Lecce

Novara steht nach dem Remis als zweiter Absteiger neben Cesena fest.

Rekordmeister Juventus Turin ist unterdessen kurz vor dem Gewinn des 28. Titels noch einmal gestrauchelt und hat Titelverteidiger AC Mailand wieder bis auf einen Punkt herankommen lassen.

Juve kam im drittletzten Spiel der Saison nicht über ein 1:1 (1:0) gegen US Lecce hinaus, Milan dagegen feierte einen 2:0 (1:0)-Sieg gegen Atalanta Bergamo.

Die Mailänder müssten am Ende der Saison allerdings einen Punkt mehr auf dem Konto haben als Juventus, um den zweiten Titel in Serie zu holen, da bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zugunsten der Turiner entscheiden würde.

Ausgleich kurz vor Schluss

Claudio Marchisio hatte Juve in der 8. Minute eigentlich auf Kurs gebracht.

Luis Muriel wurde mit seinem Ausgleich in der 85. Minute aber der Spielverderber.

In Mailand schossen Sulley Muntari (9.) nach Vorarbeit des Ex-Berliners Kevin Prince Boateng sowie Robinho (90.) den Sieg heraus.

Lazio lässt Punkte liegen

Im spannenden Vierkampf um die Champions-League-Qualifikation haben Lazio Rom und Inter Mailand wichtigen Boden eingebüßt.

Lazio (56 Punkte) kam ohne den verletzten Miroslav Klose nicht über ein 1: 1 (0:1) gegen AC Siena hinaus, das Cristian Ledesma (62.) per Elfmeter rettete. Inter (55) verlor beim FC Parma 1:3.

Dadurch setzten sich der SSC Neapel, der am Dienstag ein 2:0 (2:0) gegen US Palermo vorgelegt hatte, und Udinese Calcio (beide 58) durch ein 1: 0 bei Schlusslicht AC Cesena ein bisschen ab.

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