Malcolm Glazer ist im Alter von 85 Jahren verstorben © getty

Manchester United erstickte nach dem Tod seines Besitzers Malcolm Glazer jegliche Spekulationen schon im Keim.

Es werde keinerlei signifikante Änderungen geben, ließ der englische Rekordmeister wissen.

Die Red Devils bleiben somit zu 90 Prozent im Besitz der US-Familie, Glazers Söhne Joel, Bryan und Avram werden weiterhin die Geschäfte bei United und den ebenfalls im Familienbesitz befindlichen Tampa Bay Buccaneers aus der NFL leiten.

Malcolm Glazer, der am Mittwochmorgen im Alter von 85 Jahren verstorben war, hatte United 2005 für 790 Millionen Pfund (rund 970 Millionen Euro) übernommen.

Der Kauf aber blieb vor allem bei den Fans des Renommierklubs trotz sportlicher Erfolge äußerst umstritten. Glazer war vorgeworfen worden, die Kosten der Übernahme auf den Verein abgewälzt und den Klub damit tief in die Schulden getrieben zu haben.

Seit Glazers Einstieg holte United zwar fünfmal den Meistertitel, gewann 2008 die Champions League und erwirtschaftete Rekordumsätze - die Schulden aber blieben.

Schnell machten nach dem Tod Glazers in den Internetforen Gerüchte die Runde, es könne einen Wechsel an der Spitze von ManUnited und auch der Buccaneers geben.

Die Buccaneers jedoch teilten in ihrer längeren Stellungnahme mit, dass Glazer vorgesorgt hätte.

"Linda Glazer wird mit den gemeinsamen fünf Söhnen und der Tochter das Team weiterbesitzen", hieß es auf der Internetseite. Ein Nachfolgeplan würde dies "für weitere Generationen" regeln.

Dass es auch nach dem Tod des Familienoberhaupts kaum Veränderungen geben werde, hatte sich bereits vor Jahren angedeutet.

2006 hatte Glazer einen Schlaganfall erlitten und war danach sprachlich eingeschränkt, auch seinen rechten Arm konnte er kaum noch bewegen.

Schon damals repräsentierten seine Familienangehörigen den Patron in den Gremien seiner Vereine.

Überhaupt scheute Glazer die Öffentlichkeit, selbst bei der United-Übernahme verzichtete er auf unnötiges Brimborium.

Den Tod seines Vaters kommentierte einer der Söhne als "schrecklichstes Erlebnis in meinem Leben", aber: "Es machte aus mir einen richtigen Mann."

Nun also sind seine Söhne an der Reihe.

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