Mesut Özil (m.) steht seit September 2013 beim FC Arsenal unter Vertrag © getty

Mit einem Sieg im FA-Cup kann Mesut Özil seine Premierensaison versöhnlich abschließen - und Joachim Löw besänftigen.

Aus London berichtet Marc Schäfer

London - Mesut Özil will die Gelegenheit nutzen ? für den FC Arsenal, aber auch für sich selbst.

"Wir stehen im Finale, jetzt wollen wir das Ding auch holen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen", sagte der deutsche Nationalspieler vor dem FA-Cup-Finale der Gunners gegen Hull City am Samstag (ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) im Londoner Wembleystadion.

Neun Jahre warten die Arsenal-Fans mittlerweile auf einen großen Triumph. Die Erwartungshaltung ist groß, eine Niederlage im Endspiel wäre ein Desaster.

Arsenal ist Favorit, der Tabellenvierte kann gegen den 16. der abgelaufenen Saison eigentlich nur verlieren.

Die Startelf des FC Arsenal:

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Positiver Saisonabschluss

Mit dem ersten Titelgewinn seit dem FA-Cup-Triumph 2005 gegen Manchester United könnten Spielmacher Özil und seine beiden Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker und Lukas Podolski ihre erste gemeinsame Saison auf der Insel aber auch krönen. (DATENCENTER: FA Cup)

"Wenn wir den Pokal holen, wäre das eine super Saison", meinte Özil.

Lukas Podolski läuft im Finale mit Michael-Schumacher-Schuhen auf:

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Löw kritisiert Özil

Persönlich hat der Regisseur 25 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien aber auch noch einmal eine sehr gute Möglichkeit, seine Kritiker ruhiger werden zu lassen.

Immer wieder muss sich der ehemalige Schalker den Vorwurf gefallen lassen, in wichtigen Partien abzutauchen.

In seiner ersten Saison in England konnte er das bisher nicht entkräften. Zuletzt gab es auch von Bundestrainer Joachim Löw auf die Ohren.

Der DFB-Coach forderte, Özil müsse an seiner Körpersprache arbeiten und Rückschläge während einer Partie besser wegstecken. Eine deutliche öffentliche Mahnung: Löw will, dass sich Mesut Özil zur WM ein Stück weit neu erfindet.

Durchwachsene Saison

Die erste Saison in der Premier League verlief für den Rekordtransfer von Real Madrid nur durchwachsen.

Nach überragendem Beginn mit 4 Treffern und 8 Vorlagen in den ersten 13 Partien folgte der Einbruch.

Der Tiefpunkt war der verschossene Elfmeter im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Bayern München.

Aufsteigende Form

Nach einer sechswöchigen Verletzungspause kam der 25 Jahre alte Offensivspieler aber rechtzeitig zum Saison-Endspurt wieder in Schwung.

"Die Pause tat meinem Körper gut", sagte der Profi, der in englischen Medien nach seinem Wechsel an die Themse "Zauberer von Oz" genannt wurde.

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Zu hohe Belastungen

Özil selbst gab zu, dass ihn die hohen Anforderungen in der englischen Liga müde gemacht hatten.

"Wir hatten so viele Spiele. Das Tempo ist so hoch. Die Gegner hören auch nicht auf zu kämpfen, wenn sie schon mit 0:3 zurückliegen. Das war in Spanien anders", erklärte der Mittelfeldspieler. Zum ersten Mal habe er zudem keine Winterpause gehabt.

Die Folge: Zum ersten Mal hat er sich eine Muskelverletzung zugezogen.

Mertesacker: "Das ist ganz normal"

Sein Mannschaftskollege Per Mertesacker, der mit Özil 2009 mit Werder Bremen den DFB-Pokal gewonnen hat, zeigt Verständnis für die Anpassungsschwierigkeiten.

"Ich habe vorher gewusst, dass er in seiner ersten Saison irgendwann Probleme bekommen wird. Das ist ganz normal", sagte Mertesacker.

Auch er hatte in seiner Premieren-Spielzeit im Emirates-Stadion mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Mertesacker: "Einer der besten Europas"

"Wir haben viel miteinander geredet. Wir haben versucht, ihn aufzubauen", erzählte der Abwehrchef der Gunners: "Jetzt sind wir froh, dass er wieder dabei ist. Er ist einer der besten Spieler Europas. Seine Tore und Vorlagen sind für jeden Club von großer Bedeutung. Am Samstag kann er das alles zeigen."

Mertesacker hätte nichts dagegen, wenn Özil wie damals 2009 beim 1:0 im Finale gegen Bayer Leverkusen auch im Wembleystadion gegen Hull das Siegtor schießt.

Im Hinblick auf die WM würde ein Pokalsieg dem DFB-Trio der Gunners Rückenwind geben ? und Özil hätte in der Diskussion um seine Qualitäten wieder ein Argument mehr.

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