Luis Suarez (u.) kam 2011 nach Liverpool © imago

Chelsea ist nach dem Sieg gegen Liverpool an Spitzenreiter Arsenal dran. Mourinho sieht trotzdem Anlass zur Beschwerde.

München - Jose Mourinho hätte einfach mal seinen Mund halten können.

Möglicherweise aber wäre das zu viel verlangt gewesen, denn beinahe wäre sein FC Chelsea ja um einen wichtigen Sieg gebracht worden.

Also redete der Portugiese kaum über das 2:1 (2:1) gegen den FC Liverpool (Bericht), das seine Mannschaft in der Premier League bis auf zwei Punkte an Tabellenführer FC Arsenal heranbrachte (DATENCENTER: Premier League).

Nein, der Trainer echauffierte sich grandios über eine Aktion, die ihm beinahe den Abend verdorben hätte.

Suarez ein Schwindler?

Kurz vor dem Ende des Begegnung war Luis Suarez, umstrittener Angreifer des FC Liverpool, im Strafraum von Chelsea nach einer Berührung durch Samuel Eto'o spektakulär zu Fall gekommen.

Dann geschah: nichts. Schiedsrichter Howard Webb, unter anderem der Unparteiische beim WM-Endspiel 2010, ließ weiterspielen.

Was die Beschwerden von Mourinho nach dem Abpfiff nicht verhinderte. Er warf Suarez in hübsch ausgeschmückten Sätzen vor, ein Schwindler zu sein.

"Acrobatic swimming pool jump"

Mit einem "acrobatic swimming pool jump", also einem Kunstsprung in ein Wasserbecken, habe Suarez versucht, sich einen Elfmeter zu erschleichen, moserte Mourinho.

Und er ergänzte, das sei nun mal bei Menschen aus Uruguay in derartigen Situationen so, es liege an der Kultur der Spieler aus diesem Lande. Das sei nun mal die "wilde Natur" der Spieler von dort.

Mourinho erwähnte immerhin, das sei auch anderswo so, etwa "in einer Ecke in Europa, wo ich herkomme" - also Portugal.

Schürrle auf der Bank

Zum Zeitpunkt des Vorfalls, nicht des einzigen, über den hernach diskutiert wurde, führte Chelsea mit 2:1 und stemmte sich gegen den Ausgleich - ohne Andre Schürrle, der die 90 Minuten auf der Bank verbrachte.

Der Belgier Eden Hazard (18.) und Samuel Eto'o (34.) hatten das Spiel nach dem frühen Treffer von Martin Skrtel (4.) gedreht.

Chelsea ist nun Dritter in der Tabelle (40 Punkte) hinter Arsenal (42) und Manchester City (40), Liverpool Fünfter (36) hinter Lokalrivale Everton (37).

Suarez ein "netter Junger"

Suarez ist gebrandmarkt, seit er im vergangenen April Chelseas Abwehrspieler Branislav Ivanovic biss.

Der Uruguayer war danach für zehn Spiele gesperrt worden, befindet sich aber mittlerweile in beeindruckender Form und hat großen Anteil daran, dass seine Mannschaft im Titelkampf mitmischt.

"Er ist ein netter Junge, er hat sich geändert, aber in einer solchen Situation, und wenn du dabei bist, zu verlieren, dann kommt die wilde Natur eines Spielers zum Vorschein", sagte Mourinho.

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