Lukas Podolski (r.) wechselte 2012 vom 1. FC Köln zum FC Arsenal © getty

Arsenal will in Newcastle zurück auf Platz 1. Podolski darf auf die Rotation hoffen, Özil dagegen die Lehmann-Pause bekommen.

Von Raphael Weber

München - Lukas Podolski ist froh, dass er die quälend lange Zeit abseits des Platzes endlich hinter sich hat.

"Jeden Morgen musst du dich behandeln lassen, während die anderen dreußen trainieren. Das ist schwer vom Kopf her. Ich hatte noch nie eine solche Verletzung, das war eine ganz neue Erfahrung", blickte der deutsche Nationalspieler vom FC Arsenal in der "Sun" auf die viermonatige Zwangspause zurück.

Bei seinem Traum-Comeback am Boxing Day gegen West Ham United war Poldi die Freude über die Rückkehr anzumerken. Als Joker brachte er Schwung in die die Partie und drehte das Spiel beinahe im Alleingang.

Gleichzeitig verhalf er dem FC Arsenal so zur Rückkehr an die Tabellenspitze (DATENCENTER: Premier League).

Schon drei Tage später sind Podolskis Dienste wieder gefragt. Denn: Durch das 1:0 gegen Crystal Palace hat Manchester City den "Gunners" die Führung schon wieder abgeluchst (BERICHT: ManCity mit Eisen-Hart Spitze - Eklat um Anelka).

Podolski schon von Beginn an?

Ob Podolski bei seiner Turbo-Rückkehr schon direkt in Arsenals Startelf für das Gastspiel in Newcastle (ab 14.15 Uhr im LIVE-TICKER) rast, ist zwar offen, die Chancen stehen aber gut.

Trainer Arsene Wenger hat nach schwierigen Wochen wieder mehrere Alternativen und denkt an einen Umbau.

"Wir haben nur sehr wenig Zeit zur Vorbereitung, aber vielleicht können wir etwas rotieren", erklärte der Franzose angesichts des engen Terminplans nach Weihnachten: "Ich muss die richtigen Entscheidungen treffen."

Neben Podolski stehen auch Tomas Rosicky (wurde am Boxing Day geschont) und Jack Wilshere (musste wegen einer Sperre aussetzen) wieder zur Verfügung.

Özil macht Pause

Eine angekündigte Pause dürfte dagegen Regisseur Mesut Özil bekommen.

"In Deutschland hat man Pause zwischen Weihnachten und Neujahr. Das haben wir bei Jens Lehmann in seinem ersten Jahr hier auch erlebt", erklärte Wenger zuletzt im "Guardian" und kündigte bereits vor den Feiertagen an:

"Mesut müssen wir eine Pause geben. Er hat sehr viel gespielt."

Der Beißer und sein Opfer

Pause, sehr lange sogar, hat auch Liverpools Luis Suarez gemacht. Wenn auch nicht ganz freiwillig.

Zehn Spiele zog die FA den Skandalstürmer aus dem Verkehr, nachdem er im April seine Zähne im Arm von Chelseas Verteidiger Branislav Ivanovic versenkt hatte.

Mit dem Biss-Skandal beim 2:2 in Liverpool schockierte der Uruguayer ganz England, jetzt kommt es zum Wiedersehen zwischen Beißer und Opfer.

Gleichzeitig ist das Gastspiel des Vierten Liverpool beim drittplatzierten FC Chelsea (ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER) auch das Gipfeltreffen des 19. Spieltags.

Skandal als Wendepunkt

Dass die Reds nach Jahren der Dürre wieder im Konzert der Großen der Premier League mitspielen hat viel mit Suarez zu tun.

Der skandalöse Biss markiert einen Wendepunkt in der Karriere des 26-Jährigen.

In den 13 Spielen seit seiner Sperre hat der Angreifer schon 19 Tore geschossen. Mit insgesamt 43 Treffern stellt Liverpool den zweitbesten Angriff der Liga.

Mourinho stichelt

Auch deshalb hat Chelsea-Coach Jose Mourinho vor dem direkten Duell mit den Reds die Psychospielchen gestartet.

"Liverpool hat die ganze Saison lang Urlaub", ätzte "The Special One" Richtung Anfield Road: "Eine Woche, um sich auf das Spiel vorzubereiten. Spielen, dann wieder eine Woche, um sich auf das nächste Spiel vorzubereiten - das ist ein unglaublicher Vorteil."

"The Special One" stapelt tief

Er und seine "Blues" müssten dagegen auch in der Champions League ran, betonte Mourinho und redete neben Chelsea auch gleich Stadtrivale Arsenal klein.

Schon alleine unter die ersten vier zu kommen, werde hart.

Neben den Teilzeit-Urlaubern aus Liverpool sieht "The Special One" auch Manchester City und Manchester United vor den Londonern.

"City ist der große, große, große Favorit. Und United, auch wenn sie ein paar Punkte zurück sind, war in den letzten Jahren die Konstante", verkündete Mourinho.

"Kein Micky-Maus-Spieler"

Im Wiedersehen von Verteidiger Ivanovic und Beißer Suarez sieht Mourinho keine große Brisanz.

"Iva ist ein großer Junge. Er ist eine starke Persönlichkeit", erklärte der Chelsea-Trainer: "Iva ist kein Micky-Maus-Spieler, der sich über Kleinigkeiten beschwert."

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