Lukas Podolski absolvierte bislang 111 Länderspiele für Deutschland © getty

Dem Arsenal-Star gelingt ein Traumcomeback. Die Fans feiern ihn als Superhelden. Podolski bedankt sich bei den Medizinern.

Von Patrick Mayer

München/London - "Poldi is baaaack!" Auch Dirk Nowitzki war die spektakuläre Rückkehr des deutschen Nationalspielers im Arsenal-Trikot nicht entgangen.

Der NBA-Star war einer von zehntausend Gratulanten, die sich nach dem 3:1-(0:0) Erfolg gegen West Ham bei "facebook" oder "Twitter" begeistert äußerten.

Vier Monate war Lukas Podolski wegen eines Muskelbündelrisses im linken Oberschenkel ausgefallen. Jetzt ist er zurück - und wie!

Wie Mel Gibson

Keine halbe Stunde brauchte er, um sich zum Helden und seinen Klub wieder an die Tabellenspitze zu schießen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Lethal", tödlich, nannte ein Fan den Auftritt Podolskis nach dessen Einwechslung in der 64. Minute gar. Prinz Poldi eine "lethal weapon", eine tödliche Waffe?

Zugegeben, das klingt schon sehr martialisch. Doch seine Spielweise erinnerte stark an die Eigenart Mel Gibsons in der gleichnamigen amerikanischen Actionfilmreihe, einen Verbrecher zu stellen.

Poldi kennt kein Pardon

Podolski kennt vor dem Kasten weder Pardon, noch Kompromiss. Entsprechend hämmerte er den Ball in der 79. Spielminute ins Tor - schnörkellos, explosiv, abgebrüht. Zielstrebig bereitete er in der 71. Minute auch das 2:1 durch Theo Walcott per scharfer Flanke vor.

Doch anstatt sich selbst zu feiern bedankte sich der Ex-Kölner nach seiner Top-Leistung: "In solchen Momenten gilt es Danke zu sagen, vor allem unserer medizinischen Abteilung bei Arsenal", schrieb er auf seiner facebook-Seite, "aber auch der des DFB-Team!"

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Der Dank in Richtung des Deutschen Fußball-Bundes darf als mehr als bloßer Respekt für die Leistung von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und das Physiotherapeuten-Team um Klaus Eder gedeutet werden - er wirkt kalkuliert.

Die WM in Brasilien ist Podolskis großes Ziel im Jahr 2014. Dort will er als Stammspieler mit dem DFB-Team nach der WM-Krone greifen.

Zuletzt hatte ihm Chelseas Andre Schürrle auf links den Rang abgelaufen - auch Dortmunds Marco Reus ist ein Konkurrent.

Mit seinem Auftritt gegen West Ham gibt Podolski nun Bundestrainer Joachim Löw reichlich Argumente für eine Nominierung an die Hand.

Löw braucht topfitte Spieler

Er brauche topfitte und belastungsfähige Spieler, sagte Löw jüngst.

Podolski spielte zwar nicht mal eine Halbzeit, und es bleibt abzuwarten, ob seine Fitness bereits für 90 Minuten Powerfußball genügt.

Und Arsenal-Coach Arsene Wenger bremst - noch: "Er war vier Monate lang draußen, hat kein einziges Spiel gespielt. Ich versuche ihn langsam wieder einzubauen, er hat gezeigt, dass er großen Einfluss haben kann, weil er Tore vorbereiten und erzielen kann", wird der 64-jährige Franzose auf der Vereinshomepage zitiert.

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Er lächelt Sorgen weg

Podolski nimmt's gelassen. Er lächelte in seiner langen Verletzungspause ohnehin alle Sorgen weg.

Beinahe täglich postete er ein Foto, das ihn scherzend mit Freunden oder Mannschaftskameraden zeigte.

Anfang März trifft sich die Nationalmannschaft zum Testspiel gegen Chile in Stuttgart. Man darf gespannt sein, was er dann posten wird.

Superhelden kann Löw in Brasilien jedenfalls brauchen. Zur Motto-Party der Arsenal-Profis kurz vor Weihnachten gings im Hulk-Kostüm.

Und ein Anhänger schrieb auf der Fanseite "Arsenal News" nach dem Sieg gegen West Ham: "Wer braucht Batman, Podolski ist unser Superheld!"

Dem Bundestrainer dürfte es genügen, wenn er wieder den Mel Gibson gibt - schnörkellos, explosiv, abgebrüht.

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