Mesut Özil (l.) wechselte im Sommer von Real Madrid zum FC Arsenal © getty

Özil gegen Schürrle, Wenger gegen Mourinho: Zwischen dem FC Arsenal und dem FC Chelsea steht ein ganz besonders heißes Derby an.

Von Denis de Haas und Christoph Lother

München - Arsene Wenger gab sich alle Mühe.

Der Trainer des FC Arsenal wollte die Bedeutung des kommenden Heimspiels so gut es geht herunterspielen.

"Es ist ein Spiel wie jedes andere", erklärte der Franzose. Doch es kann sich nur um einen Bluff gehandelt haben.

Denn: Das größte aller Londoner Stadtderbys steht an. Arsenal gegen Chelsea. Der Dritte gegen den Fünften. Nord-London gegen West-London (21 Uhr LIVESCORES).

Hassliebe zwischen Wenger und Mourinho

Es ist nicht nur ein Prestigeduell. Es ist auch das Stelldichein der deutschen Nationalspieler.

Und das Aufeinandertreffen zweier Startrainer, die seit Jahren eine innige Hassliebe verbindet.

Arsenals Mesut Özil, Per Mertesacker und womöglich auch Lukas Podolski treffen auf Chelseas Andre Schürrle.

Wenger trifft auf Jose Mourinho.

Mou stichelt

"Wenn ich bei einem Verein drei Jahre lang keine Trophäe gewonnen hätte, wäre ich schon zurückgetreten", stichelte Mourinho zuletzt in gewohnt provokanter Manier Richtung Wenger.

Seit acht Jahren sind die "Gunners" mittlerweile titellos.

In dieser Saison lagen sie nach furiosem Start lange Zeit auf Tabellenplatz eins. Im Dezember ging ihnen aber die Puste aus.

Der FC Liverpool nutzte die Gunst der Stunde und übernahm durch ein 3:1 gegen Cardiff City am Samstag die Spitze (DATENCENTER: Premier League).

"Wir hatten jetzt gegen Everton, Neapel und Manchester City drei enttäuschende Resultate. Das ist langsam genug", sagte Coach Wenger.

Podolski wieder im Kader

Für die Wende könnte Offensivmann Podolski sorgen.

Erstmals seit seinem im August erlittenen Muskelbündelriss steht der 28-Jährige wieder in Arsenals Kader.

Und: Für seinen Trainer ist er ein echter Hoffnungsträger.

"Er ist eiskalt und ein großer Spieler", lobte Wenger den ehemaligen Münchner und Kölner.

Podolski vor dem Spiel bei Facebook:

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Mourinho adelt Özil

Sollte Podolski gegen die Blues tatsächlich sein Comeback geben, könnten gleich vier deutsche Auswahlspieler auf dem Rasen des Emirates Stadiums stehen.

Vor einem hat Chelsea-Coach Mourinho besonders großen Respekt.

"Mesut Özil ist ein phänomenaler Spieler. Er ist einer jener Spieler, die man kauft, um das Puzzle seines Teams zu komplettieren", schwärmte der Portugiese zuletzt im "Guardian".

Mourinho weiß, wovon er spricht. Schließlich arbeitete er mit Özil drei Jahre bei Real Madrid zusammen.

"Du stellst ihn einfach auf und weißt, dass dein Team durch seine Qualität und Reife automatisch besser wird", sagte der 50-Jährige nun über Arsenals Spielmacher.

Blues siegen im League Cup

Der wirkte zuletzt allerdings etwas ausgelaugt.

Trainer Wenger stellte Özil sogar schon eine Pause in Aussicht. "Aber nicht gegen Chelsea", wie der 64-Jährige umgehend klarstellte.

Immerhin haben die "Gunners" gegen Chelsea noch etwas gutzumachen.

Beim letzten Aufeinandertreffen im Oktober verloren Özil und Co. mit 0:2 - und flogen aus dem Liga-Pokal.

Die damalige Gratulation an seinen "Special"-Freund Mourinho würde sich Wenger diesmal wohl gerne ersparen.

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