Jose Mourinho ist seit dieser Saison zurück auf Chelseas Trainerbank © getty

Chelsea verpasst das Halbfinale des League Cups, Trainer Mourinho kommt ins Grübeln. Holtby und Co. stehen vor einem Neuanfang.

Von Christoph Lother

München - Jose Mourinho dürfte sich ein bisschen wie Jürgen Klopp gefühlt haben.

Tatenlos musste der Trainer des FC Chelsea mit ansehen, wie seine Schützlinge im Viertelfinale des League Cups beim AFC Sunderland das gegnerische Tor berannten, eine Chance nach der anderen versiebten - und letztlich mit 1:2 nach Verlängerung ausschieden (News).

"Jeder hat gesehen, dass hier nur ein Team gespielt hat, nur ein Team Chancen kreiert hat, aber eben auch nur ein Team diese Chancen vergeben hat", klagte Mourinho - und klang dabei ähnlich bedient wie sein Pendant aus Dortmund zuletzt.

Schürrle ausgewechselt

Da passte es auch ins Bild, dass die Blues trotz ihrer haushohen Überlegenheit auf ein Eigentor von Sunderlands Verteidiger Lee Cattermole angewiesen waren, um in der 46. Minute in Führung zu gehen.

"Man kann Sunderland nicht die Schuld daran geben, dass wir die Dinger nicht gemacht haben", sagte Mourinho mit Blick auf die darauffolgenden Nachlässigkeiten seiner Offensive.

Aus der hatte sich auch Andre Schürrle nicht hervortun können. Der Nationalspieler wurde in der 73. Minute ausgewechselt, ehe endgültig das Unheil über die Gäste hereinbrach.

Erst rettete Fabio Borini (88.) das Tabellenschlusslicht der Premier League mit einem späten Tor in die Verlängerung, dann zerstörte Ki Sung-Yuen (118.) kurz vor dem Ende die ersten Titelhoffnungen Chelseas in der laufenden Saison (DATENCENTER: League Cup).

Rückkehr zur Defensivtaktik?

Doch so unverdient die Niederlage der Londoner auch gewesen sein mag, sie brachte Mourinho mächtig ins Grübeln.

Offenbar war sie für den Portugiesen sogar Anlass genug, seine in dieser Spielzeit bislang so erfolgreiche Taktik grundlegend zu überdenken.

"Vielleicht wäre es besser zu versuchen, keine Tore zuzulassen. Es bringt nichts, offensiv zu spielen, solange man nicht genug Tore erzielt, um ein Spiel zu gewinnen", erklärte der 50-Jährige und fasste zusammen: "Vielleicht wäre ein defensiverer Ansatz besser."

Abramowitschs Forderung erhört

Mourinho selbst war nie ein Freund des Hurra-, stattdessen Verfechter eines disziplinierten Defensivfußballs.

Seit seiner Rückkehr zu Chelsea im Sommer war er von seiner Marschroute aber etwas abgerückt, hatte dafür den von Klubbesitzer Roman Abramowitsch schon seit Jahren geforderten "sexy football" spielen lassen.

Mit Erfolg: In der Liga liegt das Team aktuell nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal auf Rang drei, in der Champions League qualifizierte es sich souverän fürs Achtelfinale.

Mourinho: Nur Ergebnisse zählen

Die Blamage von Sunderland scheint den sonst nur so vor Selbstüberzeugung strotzenden Mourinho nun aber ein wenig von seinem Weg abgebracht zu haben.

"Wenn ich 1:0 gewinnen möchte, kann ich 1:0 gewinnen. Es ist eines der einfachsten Dinge im Fußball, 1:0 zu gewinnen", betonte er.

Schließlich sei Sunderland kein Einzelfall gewesen. Schon bei den Pleiten gegen Stoke (2:3), Everton (0:1) und Newcastle (0:2) habe er mit der schwachen Chancenverwertung gehadert.

"Es geht nicht darum, in einem Spiel dominant zu sein", stellte Mourinho klar: "Es geht darum, in der Tabelle oben zu stehen. Darum, seine Gegner zu erledigen."

Holtby rein, Spurs raus

Erledigen wollte auch Tottenham Hotspur seine Aufgabe im Ligapokal gegen West Ham United. Doch nach der Einwechslung von Lewis Holtby verspielten die Spurs den Halbfinaleinzug.

Der dreimalige deutsche Nationalspieler kam in der 77. Minute beim Stand von 1:0 - dann verloren die Spurs beim Debüt von Interims-Teammanager Tim Sherwood mit 1:2 (0:0) gegen West Ham United.

Emmanuel Adebayor (66.) hatte Tottenham zunächst in Führung gebracht, Matthew Jarvis (80.) und Modibo Maiga (85.) sorgten für West Hams überraschendes Weiterkommen.

Der Neuanfang an der White Hart Lane - Tottenham hatte Teammanager Andre Villas-Boas nach dem 0:5-Debakel am Wochenende gegen FC Liverpool gefeuert - ging also zunächst einmal schief.

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