Nach Arsenals 3:6-Pleite bei Manchester City platzt Torschütze Per Mertesacker der Kragen. Er knöpft sich seinen Teamkollegen vor, weil Özil sich weigert, sich bei den mitgereisten Anhängern für ihre lautstarke Unterstützung zu bedanken. "Ich war verärgert und weiß, dass es eine große Tradition ist, 'danke' zu sagen", entschuldigt sich der Spielmacher anschließend via Facebook
Mesut Özil (r.) wechselte im Sommer von Real Madrid zu Arsenal © getty

Für den Deutschen ist Arenals Pleite nur zum Vergessen. Nach Mertes Standpauke muss er nun die passende Antwort liefern.

London - Erst die Klatsche, dann die Standpauke: Mit hängenden Schultern und gesenktem Haupt schlich Mesut Özil nach einem denkwürdigen Nachmittag über den Platz des Etihad Stadium.

Das 3:6 (1:2) bei Manchester City (Bericht) schmerzte Arsenal Londons Spielmacher sichtlich - viel härter aber dürfte den stolzen 25-Jährigen die gestenreiche Moralpredigt seines Nationalmannschaftskollegen Per Mertesacker getroffen haben.

Abwehrchef Mertesacker, an diesem Tag Kapitän und Torschütze der Gunners, zitierte Özil nach dem Schlusspfiff in die Fankurve. Doch dieser weigerte sich, verschwand im Spielertunnel - im Mutterland des Fußballs ein absolutes No-Go.

Özil entschuldigt sich bei Fans

Und das sah Özil, der das 1:1 durch Theo Walcott vorbereitet hatte, nach Mertesackers Belehrung und einigen Stunden der Selbstreflexion auch ein.

"Sorry", teilte Özil den Fans noch am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite mit: "Ihr seid großartig zu mir gewesen und habt die lange Anreise auf euch genommen und eine Menge Geld ausgegeben, um uns zu unterstützen. Ich war aber einfach sauer und enttäuscht über das Ergebnis. Nichtsdestotrotz hätte ich in die Kurve kommen und mich bedanken sollen", schrieb Özil schuldbewusst.

Denn den mitgereisten Fans Anerkennung zu zollen - Mertesacker beispielsweise warf sein Trikot in die Menschenmenge - ist nun mal die feine englische Art und "eine große Tradition bei Arsenal. Auch bei Niederlagen und Unentschieden", schrieb Özil.

Das schrieb Özil auf Facebook:

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Chelsea nutzt Arsenal-Patzer

Für Arsenals Teammanager Arsene Wenger war der Zwist seiner Leistungsträger schnell vergessen. "Das sind die Deutschen, die werden das schon untereinander klären. Da mache ich mir keine Sorgen", sagte der Franzose.

Ganz anders dürfte dem 64-Jährigen allerdings bei einem Blick auf die Tabelle zumute sein. Dort liegt Arsenal an der Spitze nur noch zwei Pünktchen vor Erzrivale FC Chelsea, das mit dem deutschen Nationalspieler Andre Schürrle 2:1 (2:1) gegen Crystal Palace siegte (DATENCENTER: Premier League) .

Manchester City befindet sich einen weiteren Punkt dahinter ebenfalls in Lauerstellung.

Wenger kritisiert Schiedsrichter

"Wir haben zu viele Fehler gemacht. Zudem war die Situation nach der Niederlage unter der Woche in der Champions League nicht ideal. Was mich aber am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass wir es verpasst haben, auf neun Punkte von Manchester davonzuziehen", monierte Wenger.

Er wollte zwar keine Ausreden suchen, "aber der Schiedsrichter hat ebenfalls ein schlechtes Spiel gezeigt".

Dies sah offensichtlich auch Özil so. Beim Gang in die Kabine soll der gebürtige Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln nach der ersten Halbzeit einen Linienrichter in seiner Muttersprache beschimpft haben.

Wilshere droht Sperre

Die Kontrolle über sich verlor auch Jack Wilshere. Er zeigte den City-Fans während der zweiten Halbzeit völlig frustriert den Mittelfinger und wird seiner Mannschaft im nächsten Spiel gegen den FC Chelsea am Tag vor Heiligabend wahrscheinlich fehlen, da der englische Verband FA den Fall möglicherweise untersucht.

Die Nerven liegen blank. Die "Daily Mail" geht mit den "Gunners" hart ins Gericht. Unter dem Titel "Arsenal kollabiert" schrieb das englische Blatt, die Pleite bei ManCity sei mehr gewesen als nur eine Niederlage: "Es war eine bittere Demütigung."

Zudem würde wieder die Angst um sich gehen, die "Gunners" können dem Druck an der Tabellenspitze nicht Stand halten.

Den Gegenbeweis kann Arsenal im Topspiel gegen den Erzrivalen FC Chelsea antreten. Dann soll sich auch Özil auf seine Art und Weise entschuldigen. "Ein Sieg wäre genau das Richtige, um allen Fans 'Danke' zu sagen", lautete ein Kommentar unter Özils Facebook-Mitteilung.

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