Bernd Felden wundert sich, dass Englands Fußball-Experten Arsenal immer noch nicht als Titelanwärter auf dem Zettel haben.

Hallo Freunde der Premier League,

die Tabelle der englischen Eliteliga nimmt Konturen an. Erstmals stehen seit dem Wochende die drei vermeintlichen Hauptfavoriten auf den Titel an der Tabellenspitze. Neben Manchester City und Chelsea ist Arsenal dabei allerdings mit Verspätung und eher widerwillig in diesen elitären Kreis aufgenommen worden.

Bei konstant guten Leistungen und vier Punkten Vorsprung auf die Verfolger verwundert es allerdings schon, dass sogenannte Fachleute wie etwa Alan Shearer, Alan Hansen und selbst Jose Mourinho die Gunners noch immer nicht als ernsthaften Titelanwärter ansehen.

Arsenal soll es an Stärke, Stehvermögen und mentaler Belastbarkeit fehlen. Doch sind das nicht genau die Attribute, die Arsenal neben Spielwitz seit Wochen auszeichnen? Arsene Wenger wird es recht sein, dürfte es doch seine Ansprachen an die Mannschaft vereinfachen und der Gefahr der Selbstgefälligkeit vorbeugen.

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Bis Weihnachten wird sich zeigen, ob die Fußballexperten recht haben oder sie gehörig Ihre Meinung ändern müssen. Mit Heimspielen gegen Everton und Chelsea und einem Auswärtsspiel gegen Manchester City stehen Arsenal wirklich schwere Brocken bevor.

Dazu kommt das Millionenspiel in Neapel, bei dem Sie sich allerdings sogar eine knappe Niederlage erlauben können.

Die Ironie des Schicksals hat diese Woche auch zugeschlagen. Ausgerechnet mit einer Heimniederlage gegen David Moyes' Ex-Club Everton hat sich der Titelverteidiger Manchester United vorerst aus dem Titelrennen verabschiedet.

Im übrigen war es die erste Heimniederlage gegen Everton seit 21 Jahren.

Während Mesut Özil und Per Mertesacker wieder einmal glänzten, läuft es bei einigen anderen Deutschen nicht ganz so gut.

Andre Schürrle musste sich am Mittwoch wieder fast das gesamte Spiel von der Bank aus anschauen, dafür dürfte Lewis Holtby mit seinem Siegtreffer zum 2:1 nach seiner Einwechslung in der Halbzeit ordentlich Werbung für sich gemacht haben.

Trotz des Sieges trennen Tottenham allerdings schon zehn Punkte vom Erzrivalen Arsenal.

Leider hat mittlerweile auch die Pryotechnik im englischen Fußball Einzug gehalten. Dies wurde auf der Insel eigentlich immer als "kontinentales Problem angesehen", doch in den letzten Jahren wird auch in England in allen Ligen gezündelt. Allein in den ersten drei Monaten in dieser Saison gab es bereits 96 Zwischfälle.

Dabei wurde im Spiel Aston Villa und Tottenham sogar der Linienrichter von einem Bengalo getroffen. Im gesamten Vorjahr waren es 172 und in den beiden Jahren davor 72 beziehungsweise sogar nur acht Fälle. In einer Umfrage bekunden 86 Prozent der Zuschauer Sorgen um Ihre persönliche Sicherheit.

Bedauerlich ist, dass zum Einschmuggeln von Rauchbomben und Pyrotechnik offenbar Kinder missbraucht werden.

Jetzt schaltete sich sogar der Polizeiminister Damian Green ein. Hoffentlich kann die Unsitte zeitnah im Keim erstickt werden. Bilder wie bei den Derbys zwischen Schalke und Dortmund sowie Hannover und Braunschweig braucht kein Mensch.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Bernd Felden

Bernd Felden ist leidenschaftlicher Anhänger der Premier League und lebt mittlerweile schon seit über 15 Jahren in der Nähe von London. Für SPORT1 analysiert er regelmäßig das Geschehen rund um die englische Liga.

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