Arsenal Mesut Özil (2. v. l.) erzielte gegen Hull seinen dritten Saisontreffer © getty

Der Nationalspieler schießt Arsenal zum Sieg gegen Hull. Auch Lewis Holtby trifft. Liverpool feiert seinen neuen Messi.

Von Christoph Lother

München - Mesut Özil konnte sein Glück offenbar selbst kaum fassen.

"Three games, nine points, 7:0 goals - Winter-Wonderland in London", twitterte der Nationalspieler wenige Stunden nach dem souveränen 2:0 (1:0) des FC Arsenal gegen Hull City (Bericht).

Beim Blick auf die Tabelle dürfte die vorweihnachtliche Stimmung bei Özil noch mehr Fahrt aufnehmen. Arsenal grüßt seit Wochen von der Spitze.

Einzig der zweitplatzierte FC Chelsea kann mit vier Punkten Rückstand derzeit noch einigermaßen mithalten (DATENCENTER: Premier League).

"Ja! Wieder kein Gegentor. Gut gemacht, Jungs", lobte auch der nach einer dreimonatigen Verletzungspause kurz vor dem Comeback stehende Lukas Podolski seine Kollegen nach dem Sieg gegen Hull.

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Traum-Kombination mit Ramsey

Dabei hatte nicht nur die zuletzt bärenstarke Defensive der "Gunners" um den ehemaligen Bremer Per Mertesacker einmal mehr einen guten Job gemacht.

Auch vorne wussten die Schützlinge von Trainer Arsene Wenger zu überzeugen. Allen voran Dribbelkönig Özil.

Nachdem der Däne Nicklas Bendtner (2.) die Londoner in Führung gebracht hatte, machte der 25-Jährige zwei Minuten nach dem Seitenwechsel alles klar.

Nach herrlichem Doppelpass mit Aaron Ramsey und mit seinem typischen "sweet touch", wie der "Guardian" urteilte.

Wenger will "siegen, siegen, siegen"

Die Konkurrenz hechelt hinterher. Chelsea schaffte nur mit großer Mühe ein 4:3 bei Schlusslicht Sunderland.

Angesichts des derzeitigen Höhenflugs träumt der eine oder andere im "Winter-Wonderland" allmählich wohl schon von Arsenals erstem Meistertitel seit zehn Jahren, offen darüber gesprochen wird aber nicht.

"Wir sind in einer guten Position. Aber um sie zu halten, müssen wir in jedem Spiel das Maximum abrufen. In diesem Jahr kann jeder jeden schlagen", betonte Verteidiger Bacary Sagna nach dem Erfolg gegen Hull.

Coach Wenger fügte hinzu: "Um eine Chance zu haben, müssen wir weiterhin siegen, siegen, siegen - und nicht über die anderen nachdenken."

Ex-Klub bringt Moyes in Not

Auch über Manchester United nicht.

Die "Red Devils" dürften sich ausgerechnet gegen den Ex-Klub ihres neuen Trainers David Moyes aus dem Titelrennen verabschiedet haben.

Mit dem 0:1 gegen Everton kassierte der Rekordmeister bereits seine vierte Niederlage in der laufenden Spielzeit und rutschte in der Tabelle auf Platz neun ab - mit zwölf Punkten Rückstand auf Arsenal.

"Gegen dein altes Team zu verlieren, ist besonders schmerzhaft", sagte der sichtlich geknickte United-Coach Moyes und blickte voraus:

"Wir haben jetzt einen langen Weg vor uns. Wir müssen einen besseren Fußball spielen und furchtbar viele Spiele gewinnen."

Holtby trifft in Robben-Manier

An Moyes und Manchester vorbeigezogen sind unterdessen die Tottenham Hotspur - dank des ehemaligen deutschen U-21-Kapitäns Lewis Holtby.

In beeindruckender Manier zog der Mittelfeldmann in der 82. Minute vom rechten Flügel in die Mitte, hämmerte die Kugel halbhoch ins rechte Eck und bescherte den Spurs somit ein 2:1 beim FC Fulham.

"Das war ein großartiger Treffer", lobte Tottenhams Trainer Andre Villas-Boas seinen Schützling, den er erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt hatte.

In der Tabelle verbesserten sich die Spurs auf Rang sechs - mit drei Zählern Rückstand auf den Champions-League-Qualifikations-Platz.

Rodgers huldigt Suarez

Den hat nach wie vor der FC Liverpool inne.

Angeführt vom überragenden Vierfach-Torschützen Luis Suarez fegten die Reds den Tabellen-16. Norwich City mit 5:1 vom Platz.

Durch seine Saisontore zehn bis 13 katapultierte sich der Uruguayer an die Spitze der Torjägerliste und brachte seinen Trainer ins Schwärmen.

"Das war einfach brillant. Eine derart beeindruckende Einzelleistung habe ich selten gesehen", frohlockte Brendan Rodgers nach dem Schlusspfiff: "Das war unglaublich."

Und erst einmal in Fahrt, ging Rodgers sogar noch weiter: "Er ist einer der besten Stürmer der Welt - auf einer Stufe mit Messi und Ronaldo."

Aktuell gibt es scheinbar nicht nur in London ein "Winter-Wonderland".

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