Mesut Özil (l.) wechselte im Sommer von Real Madrid zum FC Arsenal © getty

Der Arsenal-Star feiert sein Tordebüt in der Premier League. Teamkollege Per Mertesacker sagt bei SPORT1, was Özil gerade lernt.

Von Mathias Frohnapfel und Bernd Felden

München/London - Martin Russell ist so etwas wie der Prototyp eines Abwehrspielers in der Premier League.

Der Schotte ist bullig, bissig und gewiss keiner, der im Zweikampf sagt: "Bitte nach Ihnen."

Gegen Mesut Özil, Kategorie Edeltechniker, hatte der Verteidiger von Norwich City im Kopfballduell dennoch das Nachsehen. Özil machte den Treffer.

Es war Özils Torpremiere in der Premier League. Beim 4:1 ließ der Arsenal-Star die Gunners-Fans sogar noch ein weiteres Mal jubeln. Mit seinem Doppelpack zeigte der 25-Jährige, dass sein Repertoire eben nicht nur aus perfekten Pässen und Vorlagen besteht.

Mit Selbstvertrauen gegen BVB

Die Londoner festigten mit dem Heimsieg die Tabellenführung, das Selbstvertrauen vor dem Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) ist gewaltig. (DATENCENTER: Premier League)

Auch dank Özil, der per Twitter stolz auf sein Kopfballtor verwies.

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Auch Teamkollege Per Mertesacker staunte im Gespräch mit SPORT1 über Özils neue Gabe.

Mertesacker lobt: "Er wehrt sich"

"Ich glaube, da muss man noch mal genau draufgucken", scherzte Arsenals Abwehrriese und zweifelte trotz des Treffers augenzwinkernd an Özils Kopfball-Qualitäten : "Aber ich gönne es dem Mesut total."

Aus Mertesackers Sicht wird der Spielmacher Woche für Woche wichtiger für die Nordlondoner, weil er nach den Jahren bei Real Madrid nun wie ein fleißiger Schüler das Einmaleins der Premier League paukt.

"Bei ein paar Aktionen hat man gesehen, dass er defensiv richtig gut dagegen arbeitet und sich auch langsam wehrt", erklärte Mertesacker:

"Klar, es geht hart zur Sache, aber er hat sich unglaublich entwickelt. Er ist einfach so wichtig für uns."

Özil als Notenbester

Özil war gegen Norwich mit insgesamt 104 Ballkontakten und drei Vorlagen zu Torschüssen Dreh- und Angelpunkt.

Der Deutsche, schrieb die "Daily Mail", "machte den Unterschied". Das Blatt gab ihm die Note acht (von zehn), kein Arsenal-Profi kam besser weg.

In der Champions League zeigte Özil beim 2:0 gegen Neapel schon eines seiner besten Spiele im Trikot der Gunners, steuerte ein Tor und eine Vorlage bei. Die große Bühne beflügelt ihn genauso wie den ganzen Klub, der nach acht Jahren ohne Titel in dieser Saison alles besser machen will.

Traumkombination im Emirates

Nick Hornby setzte dem Klub in "Fever Pitch" vor Jahren ein literarisches Denkmal, nie zuvor war so klug und pointenreich mit einem Fußballverein gelitten und frohlockt worden. Wie Hornby wohl auf das erste Gunners-Tor gegen Norwich reagiert?

Der Treffer war eine Zuckerkombination, bei der der Ball quasi per Laserstrahl von Station zu Station wanderte - ausnahmsweise mal ohne Özils Beteiligung. Jack Wilshere vollendete das Werk.

"Alle waren überrascht", gestand Mertesacker bei SPORT1: "Nicht nur der Gegner, sondern auch viele Spieler von uns waren überrascht, wie schnell das ging. Das war ein bisschen Magie."

Der Abwehrspieler genoss das Tor gleich doppelt und berichtete: "Es kommt ja direkt die Wiederholung auf der Videowand und da kann man sehen, das dies wirklich eine Traumkombination mit einem verdienten Abschluss war."

Leise Titelträume

Das Tor bildet nun Stoff für Träume.

Von der Meisterschaft spricht noch niemand, doch Trainer Arsene Wenger wagte am Samstagabend zumindest einen kleinen Ausblick.

"In den vergangenen Jahren lagen wir im Oktober immer hinter der Spitze, jetzt haben wir eine bessere Position, aber noch einen langen Weg vor uns", sagte er.

Natürlich weiß auch Mertesacker um diese Wegstrecke, die die Gunners nicht in Hausschuhen zurücklegen können, sondern nur in wetterfester Wanderausrüstung.

"Nach dem Gegentor waren wir etwas unsicher, aber haben dann zum Glück irgendwie einen Weg gefunden, um da herauszukommen", berichtete der frühere Werder-Profi.

Gegen Norwich glänzte neben Özil auch das lange verletzte Offensivtalent Santi Carzola, in Dortmund werden sie die Premiere dieses Duos ganz genau beobachtet haben.

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