Rafael Benitez gewann mit dem FC Liverpooö 2005 die Champions League © getty

Nach der Champions-League-Pleite in Turin geben die Blues ihrem Coach den Laufpass. Benitez tritt Di Matteos Nachfolge an.

Von Christian Stüwe

London - Champions-League-Sieger FC Chelsea hat nach der Entlassung von Teammanager Roberto Di Matteo schnell Ersatz gefunden und Rafael Benitez als Nachfolger präsentiert.

Der Spanier übernimmt bis zum Saisonende, wie die Londoner am Mittwochabend bekannt gaben.

"Der Klubbesitzer und der Vorstand glauben, dass wir in Benitez einen Teammanager mit erheblicher Erfahrung auf dem höchsten Fußball-Level haben, der uns sofort helfen kann, unsere Ziele zu erreichen", teilten die Londoner mit.

Für Donnerstag ist ein erstes Treffen mit der Mannschaft geplant.

Di-Matteo-Aus nach 0:3

Nur wenige Stunden zuvor hatte Chelsea nach der 0:3-Niederlage in der Königsklasse bei Juventus Turin (Bericht) die Entlassung di Matteos bekannt gegeben.

"Die Leistungen des Teams und die Resultate waren zuletzt nicht gut genug, und der Besitzer sowie der Vorstand des Klubs waren der Ansicht, dass eine Veränderung notwendig war", teilten die Blues mit. (DATENCENTER: Premier League)

"Ich bin verantwortlich für das Ergebnis. Ich bin verantwortlich für die Leistung. Wenn jemand Schuld hat, dann bin ich es", hatte Di Matteo unmittelbar nach der Niederlage gegen Juventus erklärt.

Nachts um vier Uhr wurde Die Matteo dann in seinem Büro auf dem Vereinsgelände seine Entlassung mitgeteilt.

Triumph in München

Der russische Milliardär und Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch verlor offenbar die Geduld mit Di Matteo, der die Blues im Sommer noch zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte geführt hatte.

Im Finale der Königsklasse von München bezwang der viermalige englische Meister den FC Bayern im Elfmeterschießen 4:3.

Der in der Schweiz geborene Italiener, der schon als Spieler 119 Partien an der Stamford Bridge bestritt, wurde daufhin zur Dauerlösung auf dem Trainerposten befördert und erhielt einen Zweijahresvertrag, der ihm nun eine ansehnliche Abfindung einbringen dürfte.

Benitez übernimmt bis Saisonende

In dieser Spielzeit droht Chelsea als erstem amtierenden Champions-League-Sieger das Aus in der Vorrunde, was Abramowitsch offenbar dazu bewog, den Daumen zu senken.

"Unser Ziel ist es, weiterhin so wettbewerbsfähig wie möglich zu sein", hieß es in der Erklärung des Klubs weiter.

Einen neuen Trainer, der dies gewährleisten soll, haben die "Blues" nun in Benitez gefunden. ("Roarrr ? Premier League Highlights": Mo., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Der Spanier trainierte von 2004 bis 2010 den FC Liverpool und gewann mit den Reds die Champions League.

Bei Inter entlassen

Zuletzt war der 52-Jährige bis 2010 Coach bei Inter Mailand, kam aber als Nachfolger von Jose Mourinho dort nicht zurecht und wurde entlassen.

Benitez wurde bereits offenbar nach Villas-Boas Entlassung der Job angeboten, damals soll Benitez abgesagt haben. Nun schien es zu passen.

"Ich suche nach einem Team, das Titel gewinnen kann. Und Chelsea ist so ein Klub", sagte Benitez bereits vor der offiziellen Bestätigung gegenüber "Sport360". Dennoch ist der Spanier nur eine Übergangslösung.

Wunschkandidat Guardiola?

Denn der frühere Barcelona-Coach Pep Guardiola gilt als absoluter Wunschkandidat von Abramowitsch.

Der russische Oligarch, der bereits geschätzt eine Milliarde in den Klub investierte und in seiner Ära bereits acht Trainer beschäftigte, dürfte bei dem 41 Jahre alten Spanier allerdings im Moment noch schlechte Karten haben, da Guardioloa noch bis zum Ende der Saison pausieren will.

Im Sommer scheint ein Engagement Guardiolas in London nicht unwahrscheinlich, der Trainer wird allerdings auch bei Manchester City gehandelt.

Neue Hoffnung für Marin

Durch den nun erfolgten Wechsel auf der Trainerbank dürfte sich auf jeden Fall Marko Marin neue Hoffnung machen.

Der deutsche Mittelfeldspieler war im Sommer von Werder Bremen an die Stamford Bridge gewechselt, hatte aber unter Di Matteo keine Rolle gespielt.

Vielleicht erhält Marin nun unter Benitez mehr Spielzeit.

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