Lukas Podolski (M.) erzielte bisher in der Bundesliga in 210 Spielen 70 Tore © getty

Der Arsenal-Stürmer wünscht sich vor dem Derby gegen Fulham, mehr im Zentrum zu spielen. Gegen Fulham trifft er einen Ex-Kölner.

Von Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen/London - Weder "Lu, Lu, Lu, Lukas Podolski" noch der neueste Poldi-Hit der Arsenal-Fans "Lukas Podolski - he scores when he wants" waren in der Schalke-Arena zu hören.

Beim Champions-League-Spiel zwischen dem FC Schalke und dem Arsenal FC pfiffen die königsblauen Fans unter den 54.000 Zuschauern den deutschen Nationalspieler gnadenlos aus.

Als der Ex-Kölner in der 62. Minute direkt vor der Nordkurve nach einem unnötigen Schiedsrichterpfiff wütend den Ball vor die Werbebande drosch, dröhnten dem 27-Jährigen Schmähgesänge zu seiner Kölner Vergangenheit entgegen.

Poldi als Gute-Laune-Boy

"Der FC ist halt überall, auch auf Schalke", sagte der Gute-Laune-Boy des deutschen Fußballs nach dem 2:2 (Bericht) und lachte.

Trotz der Pfiffe, des Spotts, des verspielten 2:0-Vorsprungs und der missglückten Revanche für die 0:2-Hinspielpleite war der London-Legionär keineswegs niedergeschlagen.

"Die nächste Partie ist für uns ein Heimspiel gegen Montpellier. Wenn wir das gewinnen, sind wir gut dabei", hegt er keine Zweifel am Erreichen des Achtelfinales. (DATENCENTER: Champions League)

Duell mit dem Ex-Köln-Kollegen Riether

Die Leistung des aktuellen Tabellenzweiten der Gruppe B bewertete Podolski als Schritt nach vorne. "Wir können viel Positives mitnehmen für die Liga. Obwohl das in der zweiten Halbzeit noch steigerungsfähig war", sagte Podolski zu SPORT1.

Am Samstag erwarten die "Gunners" zum Londoner Stadtderby den Tabellennachbarn FC Fulham im Emirates Stadium (ab 16 Uhr LIVESCORES).

Für Podolski wird es auch ein Wiedersehen mit Sascha Riether, mit dem er vergangene Saison noch in Köln zusammengespielt hatte.

Arsenal liegt hinter den Erwartungen zurück

Podolskis neuer FC, der Arsenal Football Club, liegt als Tabellensechster der Premier League derzeit noch hinter den Erwartungen zurück. (DATENCENTER: Premier League)

In Gelsenkirchen zeigten sich die Londoner allerdings spielerisch verbessert.

"Das war positiver als die letzten Wochen. Vielleicht haben davor ein bisschen der Schwung und die Frische gefehlt, weil wir auch viele Verletzte haben", sagte der Neuzugang.

Lob von Arsene Wenger

Podolski selbst bereitete gegen Schalke auf dem linken Flügel das 2:0 durch Olivier Giroud mit einer präzisen Flanke vor und erntete viel Lob von seinem Trainer.

"Er nimmt eine sehr gute Entwicklung. Er hat heute sehr gut gespielt, ist viel gelaufen und hat ein Tor vorbereitet. Er war überzeugend" sagte Arsene Wenger über den 13-Millionen-Euro-Neuzugang.

Der ist mit seiner derzeitigen Rolle aber nicht vollends zufrieden

Podolski: "Ich spiele lieber zentral"

"Wer mich kennt, der weiß, ich spiele lieber vorne zentral. Da liegen meine Stärken und da kommen sie besser zur Geltung", sagt Podolski.

"Auf der linken Seite ist es heutzutage notwendig, dass man auch viel Defensivarbeit verrichtet. Da sind andere Aufgaben gefragt, man muss viel die Linie hoch und runterrennen, aber ich bin nicht der klassische Außenspieler wie Ribery oder Robben", sagt der deutsche Nationalspieler.

"Trotzdem denke ich, dass ich die Aufgabe auf der linken Seite bei Arsenal momentan gut erfülle."

Wer kann van Persie ersetzen?

Eine klare Ansage in Richtung Wenger, der den zu Manchester United abgewanderten Torjäger Robin van Persie in der Spitze zuletzt durch Giroud ersetzte.

Ähnlich wie Podolski hatte sich auch schon der englische Nationalspieler Theo Walcott geäußert, der Podolskis Pendant im rechten offensiven Mittelfeld ist, aber ebenfalls lieber zentral stürmen würde.

Der ivorische Nationalstürmer Gervinho wird nach einer Knöchelverletzung wohl in zwei Wochen wieder zur Verfügung stehen, dann wird der Dreikampf zum Vierkampf.

Die Situation im Angriff sieht der deutsche Neuzugang, der in den zehn Liga- und vier Champions-Leauge-Spielen in der Startelf stand, vor allem als Herausforderung an sich selbst.

Für die Fans schon jetzt ein König

"Ich will natürlich noch besser spielen, verlange noch viel mehr von mir und will noch erfolgreicher sein", sagt der 105-malige Nationalspieler gewohnt ehrgeizig.

Für die Arsenal-Fans ist der Prinz schon jetzt ein König. Mit seiner offenen Art avancierte er gleich zum Publikumsliebling.

Nach zuletzt fünf Spielen ohne Treffer muss er allerdings bald nachlegen, wenn er wieder positive Gesänge über sich hören will.

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