Auch Uniteds Scott Wootton (2. v. r.) war mit Schiri Lee Mason nicht immer einer Meinung © getty

Auch nach dem spektakulären Sieg im Liga-Pokal hadert Chelsea-Coach Di Matteo mit dem Referee. Ferguson kritisiert Stürmer Nani.

London/München - Neun Tore dürften eigentlich genügend Gesprächsstoff für sportliche Analysen liefern. Doch dazu hatte Roberto Di Matteo keine Lust.

Der Teammanager des FC Chelsea beschwerte sich nach dem spektakulären 5:4-Sieg nach Verlängerung im Achtelfinale des englischen Ligapokals gegen Manchester United (Bericht) über die angebliche Benachteiligung durch Schiedsrichter (DATENCENTER: Capital One Cup).

Schon am Sonntag hatten die Rassismus-Vorwürfe gegen den Unparteiischen Mark Clattenburg das Ligaduell der beiden Spitzenteams überschattet.

"Es ist unglaublich, dass es immer wieder den FC Chelsea trifft. Darüber sollte man mal gründlich nachdenken", sagte Di Matteo, der trotz der geglückten Revanche an der Stamford Bridge für die 2:3-Niederlage drei Tage zuvor wenig glücklich wirkte: "Wir wollen einfach nur fair behandelt werden - von allen."

Di Matteo hadert mit Fehlentscheidungen

Schiedsrichter Lee Mason hatte den Blues in der Prestigepartie zwar zwei Elfmeter zugesprochen, den dritten nach einem Handspiel von Manchesters Michael Keane beim Stand von 2:3 aber verwehrt.

Doch nicht nur diese Fehleinschätzung, auch die zwei Platzverweise am Sonntag gegen United brachten Di Matteo zu der Erkenntnis, dass sein Team derzeit benachteiligt werde.

Dass sich die englischen Schiedsrichter möglicherweise mit Clattenburg solidarisieren und Chelsea für die Anzeige beim Verband FA "büßen" lassen, glaubt der Italiener dagegen nicht.

"Ich denke, dass es da keine Voreingenommenheit gibt", sagte der Teammanager.

Schwere Vorwürfe gegen Clattenburg

Clattenburg soll in dem Spiel am Sonntag den Nigerianer John Obi Mikel rassistisch beleidigt haben, neben der FA hat mittlerweile auch die Polizei Ermittlungen gegen den 37-Jährigen aufgenommen.

Die Zeitung "Mirror" spekulierte nun aber, Clattenburg könnte aufgrund seines starken Geordie-Akzents missverstanden worden sein.

Rassismus-Debatte überschattet Revanche

Die Rassismus-Debatte war auch am Mittwochabend allgegenwärtig.

United-Fans verurteilten Chelsea als scheinheilig, weil ihr Abwehrchef John Terry jüngst selbst wegen einer fremdenfeindlichen Beleidigung gesperrt worden war.

"Chelsea setzt sich gegen Rassismus ein - seit Sonntag", stand auf einem Fanbanner geschrieben.

Die Zeitung "Daily Mail" veröffentliche derweil ein Foto, dass einen Blues-Anhänger zeigt, wie er in Richtung des dunkelhäutigen Gästestürmers Danny Welbeck eine Affengeste macht.

Der Champions-League-Sieger teilte am Donnerstag mit, den Vorfall untersuchen zu wollen.

Trainer rotierten - Torfestival folgt

Die sportliche Bewertung des Pokalspiels rückte derweil in den Hintergrund, obwohl das zweite Torfestival einen Tag nach dem 7:5 des FC Arsenal beim FC Reading begeisterte.

"Der Fußball hat uns wieder einmal daran erinnert, dass es so vieles gibt, was man an diesem schönen Spiel lieben kann", schrieb "Mirror".

Allerdings trugen die zahlreichen Umstellungen der Teammanager maßgeblich zum Spektakel bei, weshalb "The Guardian" auch von einer "Nacht voller Sorglosigkeiten" schrieb.

Di Matteo beorderte sechs frische Kräfte in die Startelf, Sir Alex Ferguson sogar gleich zehn.

Ferguson kritisiert Nani

Der Portugiese Nani dürfte jedoch seine Chance trotz seines Treffers zum zwischenzeitlichen 3:2 für ManUnited verspielt haben.

Ferguson machte den Offensivspieler für das 3:3 verantwortlich und faltete ihn in aller Öffentlichkeit zusammen.

"Wir hätten nur den Ball halten und so das Spiel nach Hause bringen müssen. Aber Nani hat sich anders entschieden und versucht, einen Spieler auszuspielen. So fiel der Ausgleich", motzte "Fergie".

Auf Nani dürften schwere Wochen in Old Trafford warten.

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