Lukas Podolski (r.) wechselte im Sommer 2012 vom 1. FC Köln zum FC Arsenal © getty

Der Ex-Bremer will gegen Arsenal sein Liga-Debüt für Chelsea feiern - und spuckt große Töne. Podolski zügelt seine Titelträume.

Von Martin Hoffmann

München - Ein deutsches Duell in der Premier League: Irgendwo nicht verwunderlich, dass die Militär-Fans unter Englands Medienschaffenden elektrisiert sind.

"Gunner get a shock!", titelt die "Daily Mail": "Chelsea's Marin warns Arsenal to put their tin hats on."

Stahlhelm auf also, wenn das "Marin Korps" ("Daily Mail") des FC Chelsea den FC Arsenal mit Lukas Podolski und "Peer Mertesacker" (auch "Daily Mail") erstürmen will.

Nun ja: Sportlich interessant wird das Gastspiel des ungeschlagenen Tabellenführers beim ebenso ungeschlagenen Tabellen-Fünften (Sa., ab 13.45 Uhr LIVESCORES) auf jeden Fall (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Eingewechselt im Ligapokal

Marko Marin ist nun zwar nicht unbedingt der Typ, der in den Zeiten, in denen manch britische Zeitung noch schwelgt, gefragt gewesen wäre.

Im Londoner Derby könnte der ehemalige Bremer nun aber nach längerem Warten in den Mittelpunkt rücken.

Beim 6:0-Sieg im Ligapokal über Stale Solbakkens Wolverhampton Wanderers bestritt der Offensivwirbler als Joker sein Pflichtspieldebüt für Chelsea und bereitete das letzte Tor durch Moses mit vor (Bericht).

Nun rechnet er sich nach überstandender Oberschenkelblessur Chancen auf seinen ersten Ligaeinsatz aus.

Hoffnung auf Liga-Debüt

"Ich bin wieder zu fast hundert Prozent fit, also hoffe ich, dass ich spiele", sagt der 23-Jährige. Wobei: "Das wichtigste ist, dass wir gewinnen und unsere Position halten."

Das Selbstbewusstsein des Champions-League-Siegers hat sich Marin jedenfalls schon angeeignet: Dem starken Lauf von Podolski und Co. hält er ziemlich forsche Töne entgegen.

"Ich bin nicht sicher, ob sie auch schon gegen ein so gutes Team wie uns gespielt haben", sagt er. Arsenals letzter Gegner war Meister Manchester City (ROUNDUP: Podolski entführt mit Arsenal Punkt bei ManCity).

Terry mit dabei

Mit Recht verweist Marin aber darauf, dass sich Podolski mit einer Top-Abwehr auseinanderzusetzen hat, die bislang nur zwei Gegentore kassiert - und sich damit den Liga-Bestwert mit Arsenal teilt.

"Branislav (Ivanovic, d. Red.), unser Rechtsverteidiger, wird einen guten Job machen. Es wird sehr hart für Lukas, gegen ihn zu spielen."

Chelseas Defensive kann außerdem auch noch auf Kapitän John Terry zählen, dessen Vier-Spiele-Sperre wegen der rassistischen Beleidigung gegen Anton Ferdinand noch nicht in Kraft ist.

Marin ist folglich "zuversichtlich, dass wir Podolski ruhig halten werden".

Podolski zügelt Titelträume

Der bemüht sich bei Arsenal gerade, die Euphorie nach den zuletzt starken Vorstellungen etwas zu zügeln.

"Wir haben neun Punkte, es ist zu früh über den Titel zu reden", hält er bei "Sky Sports" den Träumern in Klubumfeld und Medien entgegen:

"Wir müssen warten, bis wir zwanzig Spiele gemacht haben und dann werden wir sehen, ob wir dann um den Titel kämpfen oder nicht."

Kein Sieg ohne Drogba

Das Duell mit Chelsea sollte Erkenntnisse in die eine oder andere Richtung bringen.

Und statistisch gesehen darf sich Arsenal gute Chancen ausrechnen. In den letzten 33 Begegnungen in der Liga hat Chelsea immer nur dann gegen Arsenal gewinnen können, wenn Didier Drogba für die Blues aufgelaufen ist.

Der stürmt nun in China und kann die "Gunners" am Samstag nicht mehr schocken.

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