Terry (r.) und Ferdinand (l.) in besagtem Spiel im Oktober. Branislav Ivanovic will schlichten © imago

Englands Verband sieht es als erwiesen an, dass Chelseas Star Anton Ferdinand rassistisch beleidigt hat. Gegen Arsenal darf er spielen.

London - Keine Gnade für John Terry: Der ehemalige englischeNationalmannschaftskapitän vom Champions-League-Sieger FC Chelsea ist am Donnerstag vom englischen Verband FA für vier Spiele gesperrt worden.

Zudem belegte die FA den 31-Jährigen mit einer Geldstrafe von 220.000 Pfund (277.427 Euro).

Der Verband sah es als erwiesen an, dass Terry Gegenspieler Anton Ferdinand von den Queens Park Rangers im vergangenen Oktober bei einem Premier-League-Spiel rassistisch beleidigt hatte.

14 Tage Zeit für eine Berufung

Nach Eingang der schriftlichen Begründung hat Terry nun 14 Tage Zeit, um gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen.

Wie die Anwälte von Terry mitteilten, will der 78-malige Nationalspieler erst nach sorgfältiger Prüfung der sportgerichtlichen Unterlagen über eine Berufung entscheiden.

Gegen Arsenal spielberechtigt

Bis zum endgültigen Abschluss des Verfahrens bleibt Terry spielberechtigt.

Der Chelsea-Star steht dem Tabellenführer der Premier League damit beim Gastspiel am Samstag beim FC Arsenal um die deutschen Nationalspieler Per Mertesacker und Lukas Podolski zur Verfügung.

Verband urteilt anders als ein ordentliches Gericht

Terry zeigte sich enttäuscht, dass die FA nicht dem Urteilsspruch des ordentlichen Gerichts gefolgt sei. In einem Zivilprozess war der Abwehrspieler Mitte Juli noch frei gesprochen worden.

Es sei klar geworden, dass der Beklagte kein Rassist sei, hieß es damals in der Begründung.

Terry hatte die Tat stets bestritten.

Er habe lediglich die Beleidigungen von Ferdinand in einem sarkastischen Tonfall wiederholt.

Rücktitt aus der Nationalmannschaft aus Verärgerung über FA

Weil die FA aber dennoch am 27. Juli Klage erhoben hatte, erklärte Terry aus Verärgerung über den Dachverband am Sonntag einen Tag vor Beginn der Anhörung seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft (BERICHT: Ende einer Karriere-Karikatur).

"Ich habe das Gefühl, dass meine Position in der Nationalmannschaft unhaltbar geworden ist, nachdem die FA Schritte gegen mich eingeleitet hat in einem Verfahren, in dem ich von einem Gericht freigesprochen worden bin", hatte Terry mitgeteilt.

Erst im Februar hatte die FA wegen der Rassismus-Vorwürfe ohne Absprache mit dem damaligen Nationaltrainer Fabio Capello Terry die Kapitänsbinde abgenommen. Capello hatte daraufhin seinen Hut genommen.

Chelsea hält sich bedeckt

Der FC Chelsea respektierte derweil die Entscheidung des Verbandes, wollte sich aber weder für noch gegen den Spieler aussprechen.

"Wir erkennen an, dass John das Recht auf einen Einspruch gegen diese Entscheidung hat. Daher ist es unangebracht, sich zu diesem Zeitpunkt ausführlicher in dieser Angelegenheit zu äußern", hieß es in einem Statement des Vereins.

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