Paul Lambert (r.) gewann 1997 mit Borussia Dortmund die Champions League © getty

Der ManCity-Coach erregt sich nach der Blamage im Liga-Pokal über Kollege Paul Lambert. Marko Marin feiert sein Chelsea-Debüt.

Von Matthias Becker und Christian Stüwe

München - Es ging zwar nur um den Ligapokal, doch Roberto Mancini platzte trotzdem der Kragen:

Nach der bitteren 2:4-Heimpleite nach Verlängerung gegen Aston Villa ging der Trainer des englischen Meisters Manchester City auf Villa-Coach Paul Lambert los und kritisierte zudem die eigene Abwehr.

"Ich bin es leid mit einigen anderen Trainern", sagte Mancini, nachdem er sich während des Spiels an der Seitenlinie einen Disput mit dem früheren Dortmunder Lambert geliefert hatte:

"Ich habe den vierten Offiziellen nur gefragt, ob es nicht eine Gelbe Karte hätte geben müssen, weil ich dachte, der Schiedsrichter hätte seine Karten in der Umkleide vergessen. Und er (Lambert, Anm. d. Red.) kommt einfach dazu."

"In Old Trafford sagen sie nichts"

Es sei ihm schon häufiger passiert, dass er von gegnerischen Trainern angegangen worden sei, wenn er sich an der Seitenlinie über den Schiedsrichter beschwert habe, erklärte Mancini und bezichtigte die Rivalen der Feigheit.

"Wenn sie nach Old Trafford fahren (zu Lokalrivale Manchester United und Trainer Sir Alex Ferguson, d. Red.), dann sagen sie nie etwas. Wenn dort der Trainer über den Schiedsrichter spricht, bleiben sie ruhig auf der Bank sitzen."

Der latente Minderwertigkeitskomplex gegenüber Ferguson, der aus diesen Worten spricht, zeigt, wie tief der Stachel der Niederlage bei Mancini saß.

City verspielt Führung

Zwar sei der Ligapokal der unwichtigste der nationalen Wettbewerbe, bestätigte der Italiener. "Aber es ist der, den wir noch nicht gewonnen haben, deswegen wollten wir ihn diesmal gewinnen", sagte er.

Dass es dazu in dieser Saison nicht kommen wird, hatten sich die "Citizens" selbst zuzuschreiben.

Trotz zweifacher Führung durch Mario Balotelli (27.) und Aleksandar Kolarov (64.) musste City vor den eigenen Fans in die Verlängerung, da Gareth Barry mit einem Eigentor (59.) und Gabriel Agbonlahor (70.) für die Villans ausglichen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In der Verlängerung drehten die Gäste dann richtig auf und machten durch Charles N?Zogbia (96.) und erneut Agbonlahor den Einzug in die nächste Runde des Capital One Cups perfekt.

Mancini kritsiert Abwehrspieler

Vor allem das Abwehrverhalten seiner Mannschaft bereitet Mancini Sorgen. In bislang acht Pflichtspielen kassierte der Meister bereits 16 Gegentore. Dies sei ein "echtes Problem", gab der Trainer zu:

"Wir müssen mit den Abwehrspielern arbeiten, denn sie verteidigen im Moment nicht gut."

Chelsea besiegt Solbakken-Elf

Keine Probleme hatte hingegen Champions-League Sieger Chelsea. Die Blues besiegten die Wolverhampton Wanderers mit dem früheren Kölner Trainer Stale Solbakken deutlich mit 6:0.

Gary Cahill (4.), Ryan Bertrand (8.), Juan Mata (17.) Oriol Romeu (53., Elfmeter), Fernano Torres (58.) und Victor Moses (71.) erzielten die Treffer.

Zu seinem Pflichtspieldebüt bei Chelsea kam Marko Marin, der in der 59. Minute für Mata eingewechselt wurde. Durch seinen Pass auf Vorlagengeber Oscar war Marin vor 32.569 Zuschauern maßgeblich am 6:0 durch Moses beteiligt.

Leeds wirft Everton raus

Der Zweitligist Leeds United sorgte für eine Überraschung und warf Premier-League-Klub FC Everton aus dem Wettbewerb.

Der ehemalige Europapokalsieger Leeds ging durch Aidan White bereits nach vier Minuten in Führung, Rodolph Austin baute die Führung nach 70 Minuten aus.

Für die "Toffees" reichte es nur noch zum Anschlusstreffer durch Sylvain Distin.

In weiteren Partien verlor West Ham United mit 1:4 gegen Wigan Athletic, Middlesbrough schlug Preston North End mit 3:1.

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