Per Mertesacker (r.) wechselte im Sommer 2011 von Werder Bremen zum FC Arsenal © getty

Im Schatten von Podolski steigert sich Mertesacker bei Arsenal immer mehr ? und bereitet Coach Wenger damit Kopfzerbrechen.

Von Martin Hoffmann

München - Per Mertesacker ist es gewohnt, nicht im Zentrum des Interesses zu stehen.

Dort stehen im Fußball die, die Tore schießen, nicht die, die sie verhindern sollen.

Weshalb Mertesackers Wirken beim FC Arsenal etwas aus dem Blickfeld der deutschen Öffentlichkeit verschwunden ist, seit er einen gewissen Lukas Podolski als Teamkollegen hat.

Wodurch vielen entgangen ist, dass sich der Nationalverteidiger mittlerweile zu einer prägenden Figur seines Teams entwickelt hat.

Sichere Arsenal-Verteidigung

Noch keinen einzigen Gegentreffer haben Mertesacker und seine Nebenleute in dieser Saison direkt zu verantworten: Beide Tore zu Ungunsten der Gunners waren das Resultat von Torwartpatzern.

Wie sehr der ehemalige Bremer zur Abwehrsicherheit beiträgt, ist am Sonntagabend beim 1:1 im Duell bei Meister Manchester City besonders augenfällig geworden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Während Teamkollege Lukas Podolski diesmal eher blass blieb, glänzte Mertesacker, indem er ganze sieben Pässe abfing - Rekordwert in der laufenden Premier-League-Saison. Und das gegen die zig Millionen teure ManCity-Offensive um Stürmerstar Sergio Agüero. (ROUNDUP: Podolski entführt mit Arsenal Punkt bei ManCity)

Lob von den Journalisten

"Die Schnelligkeit, mit der der Deutsche das Spiel liest, macht jede Langsamkeit in seiner Bewegung wett", lobt der "Daily Telegraph" den 27-Jährigen.

Von den Arsenal-Fans wurde er zum "Man of the Match" gewählt.

Ein Kontrast zur Vorsaison, in der genau das nicht immer klappte und Mertesackers fehlendes Tempo im Fokus der Kritik stand.

Auch Mertesacker selbst gestand ein, dass er Probleme hatte, sich auch die größeren körperlichen Anforderungen in der Premier League einzustellen.

Und als er gerade dabei war, sich besser anzupassen, legte ihn im Februar eine Knöchelverletzung für den Rest der Saison lahm.

Experten widerlegt

Viele Experten trauten Mertesacker nicht zu, in der neuen Spielzeit seinen Platz gegen die starke Konkurrenz zurückzuerobern.

Schien es doch keinen Grund zu geben, das starke Innenverteidiger-Duo aus Kapitän Thomas Vermaelen und Laurent Koscielny zu sprengen.

Verletzungen und Krankheitsausfälle der beiden Kollegen machten genau das allerdings nötig: Mertesacker spielte in allen Ligapartien durch. Und das tadellos.

Co-Trainer optimiert Abwehrverhalten

Zugute kommt ihm dabei ein strategischer Wandel bei Arsenal, den Außenstehende mit Arsene Wengers neuem Co-Trainer Steve Bould verbinden.

Seit der ehemalige Arsenal-Verteidiger an Wengers Seite agiert, steht Arsenals Verteidigung tiefer, hält den Gegner weiter von sich fern - was Mertesacker mehr Raum und Zeit gibt, sein Verständnis für Spielaufbau und -ordnung auszuspielen.

Mertesackers glänzende Leistungen stellen Wenger nun vor das Problem, was er tun soll, wenn alle drei Verteidiger wieder fit sind.

Große Konkurrenz

"Wir haben drei klasse Innenverteidiger", stellte der Coach nach dem ManCity-Spiel fest: "Es ist eine sehr schwere Entscheidung - und wer immer draußen bleibt, kann das Gefühl haben, dass das nicht richtig ist."

Mertesacker selbst hält sich aus dieser kniffligen Frage heraus, er lobte nach dem ManCity-Spiel die Mannschaft als Ganzes:

"Wir haben ein starkes Team und wir müssen zusammenhalten. Das haben wir heute gut gemacht und das müssen wir weiterhin machen."

Lob für Koscielny

Er würdigte dann auch noch Verteidigerkollege Koscielny, der sich am Sonntag mit dem Ausgleichstor ins Zentrum des Interesses schoss.

"Laurent ist reingekommen und hat sich fantastisch geschlagen", hielt Mertesacker fest.

Ein Lob für den Konkurrenten, das ihm leicht über die Lippen ging. Vielleicht weil er wusste, dass er über sich dasselbe hätte sagen können.

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