Anton Ferdinand (l.) verweigerte vor dem Anstoß John Terry (r.) den Handschlag © getty

Ferdinands verweigerter Handschlag elektrisiert Englands Medien. Podolskis beweist bei Arsenals Schützenfest Killerinstinkt.

London - Anton Ferdinand war so geladen, dass er sogar das Einlaufkind vor sich herschubste.

Er baute sich vor John Terry auf, dessen ausgestreckte Hand ignorierte er demonstrativ (Bericht).

Danach zeigte er auch Ashley Cole die kalte Schulter, ehe er den übrigen Spielern des FC Chelsea einen Handschlag verpasste, dass man glaubte, Knochen knirschen zu hören.

"Terry-Gate", der Skandal um Rassismus-Vorwürfe gegen den ehemaligen Nationalmannschafts-Kapitän, ging vor dem Spiel der Queens Park Rangers gegen Chelsea in der Fußball-Premier-League in aller Öffentlichkeit in die nächste Runde.

Terry-Gate in aller Munde

Die Streithähne äußerten sich nicht, dennoch lief das Thema in den englischen Medien rauf und runter.

"Ferdinand brüskiert Terry", schrieb die Tageszeitung "Sun", eine mysteriöse "spielernahe Quelle" soll gesagt haben: "Er wird JT (John Terry) niemals die Hand schütteln."

Cole angeblich rassistisch beleidigt

Terry soll Ferdinand im Oktober 2011 während eines Ligaspiels obszöne rassistische Beleidigungen an den Kopf geworfen haben.

Vor Gericht wurde er freigesprochen, doch er verlor sein Kapitänsamt bei der Nationalmannschaft und muss sich noch vor dem Tribunal des nationalen Verbandes FA verantworten.

Weil Cole Terry entlastete, wurde er von Ferdinand als "Schokoladeneis" bezeichnet: außen schwarz, aber innen weiß. Am Samstag drehte sich Cole weg und spuckte auf den Rasen, als Ferdinand vor ihm stand.

Liga bemüht sich um Deeskalation

Die Liga hatte sich vergeblich um Deeskalation bemüht.

Noch am Freitag hatte die Premier League eine Mitteilung herausgegeben, der Inhalt: "Alle Parteien verstehen und bestätigen, dass der Handschlag als Bestandteil der normalen Begrüßung vor dem Spiel über die Bühne gehen wird."

Pustekuchen.

Park übersieht Terry

Was sportlich geschah, war Nebensache. Ein müdes 0:0, Chelsea bleibt Tabellenführer. Interessanter war, dass die QPR-Fans Terry und Cole bei jedem Ballkontakt beschimpften.

Kapitän Park Ji-Sung hatte Terry vor dem Anpfiff nochmals gedemütigt, indem er ihn beim Münzwurf an der Loftus Road im Mittelkreis geflissentlich übersah.

Podolski trifft erneut

Der FC Arsenal rückte auch dank Lukas Podolski in die Spitzengruppe auf. Der deutsche Nationalspieler erzielte beim 6:1 (4:1)-Kantersieg gegen den Aufsteiger FC Southampton in der 31. Minute das zwischenzeitliche 2:0, sein zweites Saisontor.

Podolski, der in der Sturmzentrale spielte, sei ein "Fantastic Finisher", ein Mann mit Killerinstinkt, sagte Teammanager Arsene Wenger ( 486320 DIASHOW: Transfermarkt International ).

Scholes trifft bei 700. Spiel

Manchester United hielt den Anschluss an den Champions-League-Sieger Chelsea. Die Red Devils siegten dank einer starken zweiten Halbzeit 4:0 (0:0) gegen Wigan Athletic (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Oldie Paul Scholes erzielte in seinem 700. Pflichtspiel für United das Führungstor.

Liverpool hängt im Tabellenkeller fest

Dagegen kam Stadtrivale und Meister Manchester City nicht über ein 1:1 (1:1) bei Stoke City mit dem ehemaligen Nationalspieler Robert Huth hinaus.

Weiter auf den ersten Sieg wartet dagegen der FC Liverpool.

Drei Tage nach dem neuen Bericht zur Hillsborough-Katastrophe, demzufolge die Reds-Fans keine Schuld am Tod von 96 Anhängern 1989 in Sheffield trifft, musste sich Liverpool beim FC Sunderland trotz Überlegenheit mit einem 1:1 (0:1) begnügen.

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