Lukas Podolski (r.) holte 2008 mit dem FC Bayern München das Double © getty

Der Ex-Kölner liefert gegen Liverpoool seine erste Gala ab. Während der Nationalspieler groß aufspielt, bleibt Sahin blass.

Von Reinhard Franke

München - Da lag er nun auf dem Boden, reckte die Arme in die Luft, schloss die Augen und schrie seine unbändige Freude heraus.

Lukas Podolski hatte allen Grund sich wie ein kleines Kind zu freuen. Der Nationalspieler, der im Sommer vom 1. FC Köln zu Arsenal London gewechselt war, ist endlich angekommen bei den "Gunners".

Ganz Fußball-England feiert "Prinz Poldi", der keinen leichten Start hatte in London.

In seinem dritten Spiel für Arsenal legte der Ex-Kölner eine Show hin, die so nicht zu erwarten war. (DATENCENTER: Premier League)

Er leitete mit seinem ersten Treffer (31.) für das Team von Trainer Arsene Wenger den 2:0-Erfolg beim FC Liverpool ein (Bericht). Zudem bereitete der 27-Jährige das zweite Tor durch Santi Carzola vor (68.).

Perfektes Zusammenspiel mit Cazorla

Podolski traf für den Champions-League-Gegner von Schalke 04 nach sehenswertem Doppelpass mit Carzola mit links ins lange Eck, beim 2:0 tauschte er mit dem Spanier die Rollen: diesmal legte der Ex-Kölner auf.

Vom "deadly duo" schrieb die "Daily Mail".

Dabei war die Partie bis zum 1:0 noch an Podolski vorbeigelaufen, als er in der 82. Minute ausgewechselt wurde, feierten ihn die mitgereisten Arsenal-Fans frenetisch. (STATISTIK: Premier-League-Torjäger)

"Podolski hat einen tödlichen Instinkt"

Und auch von Coach Arsene Wenger erntete er viel Lob.

"Podolski hat einen tödlichen Instinkt, wenn sich ihm eine Chance bietet. Das sieht man schon im Training", sagte der Franzose. Zudem habe der Nationalspieler gute Teamarbeit geleistet:

"Ich freue mich für den Jungen. Das war wirklich eine sehr gute Performance von ihm".

Nowitzki feiert mit

Lob gab es aber nicht nur von seinem Trainer. "Podolski war war schlicht herausragend", schrieb der "Mirror".

Basketball-Star Dirk Nowitzki würdigte den Auftritt aus den USA mit einem langezogenen "Poldiii!" via Twitter.

Der Gefeierte spulte ein riesiges Laufpensum ab, war sich für keinen Zweikampf zu schade. Er spielte beherzt auf wie zu besten Kölner Zeiten.

"Ein guter Tag für Arsenal, ein guter Tag für mich. Ich bin sehr glücklich", sagte Podolski nach seiner Gala.

FC-Hymne? "Besser, geiler und lauter"

Die Umstellung auf den Fußball in der Premier League könnte schneller gelingen als gedacht.

Und auch die Stimmung hat es der FC-Ikone angetan - obwohl er am Sonntag auswärts ran musste.

Zur Gänsehaut-Atmosphäre an der Anfield Road meinte "Poldi" im "Express": "Es gibt nur eine Hymne, die besser, geiler und lauter ist: die FC Hymne!"

Sahin mit blassem Debüt

Weniger glücklich verlief dagegen der Nachmittag des Ex-Dortmunders Nuri Sahin im Trikot seines neuen Klubs Liverpool.

Der 23 Jahre alte türkische Nationalspieler, der von Real Madrid ausgeliehen wurde, blieb blass und konnte keine auffallenden Akzente für die Reds setzen.

Sahin wurde in der 67. Minute ausgewechselt. Mit nur einem Punkt aus drei Spielen hat Liverpool seinen schlechtesten Saisonstart seit 50 Jahren hingelegt und ist nun als Tabellen-Achzehnter in der Abstiegszone.

Van Persie unwiderstehlich

Podolskis Vorgänger bei Arsenal, Robin van Persie, glänzt dagegen auch bei Manchester United als Tormaschine.

Beim 3:2-Erfolg von United beim FC Southampton schoss der Ex-"Gunner" alle drei Tore und holte noch einen Foulelfmeter raus - den er allerdings verschoss.

Sein dritter Treffer war gleichzeitig sein 100. in der Premier League.

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