MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Der Italiener Roberto Mancini ist seit 2009 Trainer der "Citizens" © getty

Vor dem Duell um den Titel überbieten sich Manchesters Star-Trainer mit forschen Tönen. "Sir Alex" sieht den Druck bei City.

Von Jakob Gajdzik

München - Der Vorsprung ist hauchdünn, doch das Selbstvertrauen riesengroß.

Vor dem letzten Spieltag der Premier League beträgt der Vorsprung von Tabellenführer Manchester City vor dem punktgleichen Zweiten Manchester United nur acht Treffer.

90 Minuten gegen die Queens Park Rangers (ab 15.55 Uhr im LIVE-TICKER) trennen ManCity von der ersten Meisterschaft seit 44 Jahren.

United muss zeitgleich beim FC Sunderland auf einen Ausrutscher des Stadtrivalen hoffen.

Doch unabhängig vom Ausgang des Fernduells um die Meisterschaft tönt "Citizen"-Coach Roberto Mancini:

"Auch wenn wir am Ende den Titel nicht gewinnen, haben wir den besten Fußball in England gespielt." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

City mit 90 Treffern

Und die Zahlen stützen sogar die vollmundige Behauptung des Italieners.

90 Treffer und 27 Gegentore bedeuten jeweils einsamen Liga-Bestwert.

Auch 27 Siege und nur fünf Niederlagen sind Ligaspitze, allerdings weisen die "Red Devils" die gleiche Statistik auf.

"Es ist wichtig, dass wir genug Tore für den Titel geschossen haben", lobte Mancini besonders seine Offensivabteilung.

Agüero führt Sturm an

Da tat sich besonders das Sturm-Trio bestehend aus dem Argentinier Sergio Agüero (22 Treffer), "Skandalnudel" Mario Balotelli und dem Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (beide 13) hervor.

Die Schwächephase der "Skyblues" im Dezember 2011, als City nach nur sieben Punkten aus fünf Spielen die Tabellenführung zwischenzeitlich an United abgeben musste, sah Mancini als "normal" an.

"Das ist bei allen Teams so", sagte der 47-Jährige, "man kann nicht jedes Spiel gewinnen".

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Theater um Tevez vergessen

Auch das Theater um Stürmerstar Carlos Tevez, das nach einer verweigerten Einwechslung in der Champions-League-Gruppenphase gegen den FC Bayern lange für Wirbel sorgte, ist vergessen.

Der Argentinier feierte am 29. Spieltag sein Comeback und ist seitdem wesentlich daran beteiligt, dass die "Citizens" mit nun fünf Siegen in Serie kurz vor dem ersten Titelgewinn seit 1968 stehen.

Vor dem Finale gegen QPR, das noch um den Klassenerhalt kämpft, vertraut Mancini seinen Spielern "zu 100 Prozent".

Mancini: "Haben es in eigener Hand"

"Sie haben die ganze Saison hart gearbeitet und gekämpft und haben jetzt alles in der eigenen Hand. Das ist ihre große Chance", sagte der Italiener.

Doch United greift vor dem Fernduell ebenfalls in die psychologische Trickkiste - in Person von Ferguson.

Der Schotte, ein Meister der mentalen Kriegsführung, lässt keine Chance ungenutzt, den neureichen Rivalen weiterhin zu verunsichern und holt ebenfalls den Fehdehandschuh raus.

Ferguson heizt Psycho-Duell an

"City muss gewinnen, deswegen lastet ein enormer Druck auf ihnen. Sollten sie verlieren, wäre die Enttäuschung unglaublich", sagte er in der "Sun".

Und "Sir Alex" legte nach: "Sollte City nach 10 bis 15 Minuten nicht führen, könnten ihnen auch die Nerven einen Strich durch die Rechnung machen. Jeder glaubt an einen City-Sieg, auch ich, doch solange wir alle nur Menschen sind, kann man nie wissen."

Um die Zukunft macht sich der 70-Jährige, der seit seinem Amtsantritt bei United 1986 zwölf Mal die Meisterschaft gewann, überhaupt keine Sorgen.

"Wir sehen das als Herausforderung und wir akzeptieren das", sagte Ferguson mit Blick auf den Stadtrivalen.

"City wird nicht wegziehen"

Der Trainerfuchs weiß, wovon er spricht, wehrte er als United-Trainer bereits Angriffe von Mannschaften wie dem FC Arsenal oder dem FC Chelsea erfolgreich ab.

"City wird bestimmt nicht wegziehen und wir sind nach dieser Saison auch noch da. Wir haben viele junge Spieler und die werden, unabhängig vom Ausgang, von dieser Saison mächtig profitieren."

Die Kampfansage gab es gleich hinterher: "Egal ob als Meister oder als Verfolger, wir werden im kommenden Jahr für diese Herausforderung bereit sein."

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