Kapitän Vincent Kompany und Ex-Bayern-Profi Martin Demichelis bilden die Defensivzentrale der Citizens. Kein unüberwindbares Duo, zumal Mario Götze im WM-Finale den Argentinier Demichelis beim Siegtor alt aussehen ließ. Da bei beiden Teams die Abläufe in der Abwehr noch nicht wieder komplett gefestigt sind, Remis in diesem Duell. 2,5: 0,5 im Gesamtvergleich
Vincent Kompany wechselte 2008 vom Hamburger SV zu Manchester City © getty

Manchester City kann mit einem Sieg gegen Queens Park die Meisterschaft klar machen. ManUnited hofft auf einen Ex-Spieler.

Manchester - Eine Hand am Meisterpott, die "Weltherrschaft" vor Augen:

Manchester City, der neureiche Emporkömmling und nervige Nachbar des Platzhirschen Manchester United, kann am Wochenende mit der ersten Meisterschaft seit 44 Jahren eine Zeitenwende im englischen Fußball herbeiführen.

"Ich will helfen, den Klub zum erfolgreichsten der Welt zu machen", sagte Mittelfeldspieler Yaya Toure vor dem Ligafinale am Sonntag (ab 15.55 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die Queens Park Rangers.

Von der absoluten Regentschaft dürfte das Millionen-Ensemble zwar (noch) einige Titel entfernt sein, die Wachablösung im Mutterland des Fußballs scheint aber schon in vollem Gange.

Nur ein Sieg fehlt

Vor dem letzten Spieltag liegen die "Citizens" dank der besseren Tordifferenz vor dem Erzrivalen United.

Ein Sieg gegen QPR, und der erste in der Premier League (seit 1992) wäre sicher (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir arbeiten einfach gut zusammen. Wir werden jeden Tag besser, stärker und erfolgreicher", sagte Toure.

Mit zwei Treffern am vergangenen Sonntag bei Newcastle United (Bericht) brachte der Ivorer seine Mannschaft dem ersehnten Triumph - vor allem über den Stadtrivalen - einen großen Schritt näher.

Den möglichen Erfolg haben sich die Himmelblauen aber teuer erkauft:

Seit der Übernahme 2008 haben die Besitzer Hunderte Millionen in das Team gesteckt, unter anderem Toure vom FC Barcelona verpflichtet.

City noch ohne Heimniederlage

"Nach den turbulenten Jahren haben es Fans, Spieler und Umfeld jetzt einfach verdient. Wir träumen alle davon, jetzt haben wir nur noch ein Spiel zu gewinnen", sagte Toure.

Dass nach 90 Minuten dann nicht nur ein weiterer Heimerfolg, sondern die erste Meisterschaft seit 1968 zu Buche steht, scheint garantiert:

In der laufenden Saison hat ManCity noch kein Liga-Heimspiel verloren, nur einmal musste man sich mit einem Unentschieden zufrieden geben.

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Kein Selbstläufer

Ein Selbstläufer wird die Begegnung gegen die abstiegsbedrohten Queens Park Rangers dennoch nicht.

"Wir werden das Spiel wie jedes andere angehen. Dass wir nur auf dem Platz stehen müssen, ist totaler Schwachsinn", sagte Toure.

Mancini hält sich zurück

Sein Trainer Roberto Mancini, der neben den Mäzenen aus Abu Dhabi als Vater des Aufstiegs gilt, übt sich trotz der vielversprechenden Ausgangssituation in Understatement.

"Es ist noch nichts entschieden. Auch United hat noch Chancen auf den Titel, wir schauen aber nur auf uns. Das wird ein verdammt schweres Spiel", sagte der Italiener mit Blick auf die Begegnung im heimischen Etihad Stadium.

ManUnited hofft auf Hughes

Der Stadtrivale setzt unterdessen seine letzte Hoffnung auf Mark Hughes.

Der frühere Stürmer der "Red Devils" ist heute Teammanager der Rangers. Sollte sein Team nicht verlieren, müsste United nur noch beim FC Sunderland gewinnen.

Das beste Auswärtsteam der Liga könnte dann eine verkorkste Saison doch noch retten.

Von der europäischen Bühne hatte sich das Team von Alex Ferguson früh verabschiedet, die erste Saison ohne Titel seit sieben Jahren würde einem Fiasko gleichen.

Und das, obwohl United mit dann 89 Zählern die drittbeste Saison aller Zeiten gespielt hätte.

Arsenal weit weg

Die Titelrennen der Stadtrivalen muss die Konkurrenz unterdessen aus weiter Ferne betrachten.

Mit 67 Punkten geht es für den FC Arsenal als ersten Verfolger nur noch um die direkte Champions-League-Qualifikation.

Bei West Bromwich Albion kann das Team des deutschen Nationalspielers Per Mertesacker sein Minimalziel erreichen und die Konkurrenten Tottenham Hotspur (66) und Newcastle (65) auf Distanz halten.

Bayern-Gegner FC Chelsea kann die Königsklasse als Sechster schon vor dem letzten Spiel gegen Blackburn nur noch über einen Sieg im Champions-League-Finale erreichen.

Ansonsten spielen die Blues als FA-Cup-Sieger nächste Saison in der Europa League.

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