Der FC Chelsea gewann im FA-Cup-Finale gegen Liverpool zum siebten Mal den Titel © getty

Das FA-Cup-Finale zwischen Liverpool und Chelsea ist turbulent. Ein Wembley-Tor von Carroll sorgt für Wirbel. Didier Drogba markiert Chelseas Siegtreffer.

London - Die Pokal-Experten des FC Chelsea haben sich 14 Tage vor dem Champions-League-Endspiel gegen Bayern München ihren ersten Titel der Saison gesichert.

Im 131. Finale um den FA-Cup bezwangen die Blues den FC Liverpool 2:1 (1:0) und stemmten somit zum vierten Mal in den vergangenen sechs Jahren die älteste Fußball-Trophäe der Welt in die Höhe.

Der für das Endspiel der Königsklasse (19. Mai) gesperrte Ramires (11.) öffnete Chelsea im Londoner Wembley-Stadion das Tor zum siebten FA-Cup-Sieg (DATENCENTER: FA-Cup).

Nach einem Traumkonter über Juan Mata erwischte der Brasilianer, der schon im Halbfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Barcelona (2:2) einen enorm wichtigen Treffer erzielt hatte, Reds-Torhüter Pepe Reina im kurzen Eck auf dem falschen Fuß.

Reina unsicher

Didier Drogba (52.) legte nach, ehe Andy Carroll den bis dahin harmlosen Gegner in der 65. Minute wieder heranbrachte.

Reina, der am letzten Liverpool-Triumph von 2006 beteiligt gewesen war, sah beim ersten Tor schlecht aus - immerhin war Pool als Sieger des Ligapokals aber schon für die Europa League qualifiziert.

Blues international dabei

Chelsea hat nun auch einen Startplatz für den "kleinen" Europapokal sicher, muss aber höchstwahrscheinlich in München den FC Bayern schlagen, um es in die Königsklasse zu schaffen.

In der Liga ist die Chance für den Tabellensechsten äußerst gering.

Der "große" Titel besitzt ohnehin Priorität: "Der Europacup ist es, was jeder bei uns will - die Spieler, die Fans, der Klub", hatte der nigerianische Mittelfeldspieler John Obi Mikel im Vorfeld gesagt.

Carroll schlägt zu

Im 58. Pflichtspiel der Saison zeigte Chelsea lange keine Schwächen, Liverpool, siebenmaliger Sieger des seit 1871 ausgetragenen Wettbewerbs, schaffte es zunächst nur selten in den gegnerischen Strafraum.

Den ersten Eckball verzeichnete der ehemalige Rekordmeister in der 40. Minute, besser wurde es nicht, bis Carroll den Ball aus dem Nichts unter die Latte knallte.

Fortan war Liverpool am Drücker, eine Riesentat von Petr Cech in der 83. Minute rettete Chelsea.

Chelsea verwaltet

Das frühe Tor tat dem sechsten Finale im mit knapp 90.000 Zuschauern ausverkauften neuen Wembley-Stadion zunächst nicht gut.

Chelsea, das vorher schnell kombiniert hatte, konnte nun auf "Verwaltungsmodus" umschalten und in bester Bayern-Manier den Ball durch die eigenen Reihen laufen lassen.

Liverpool war lange zu schwach, um die Kontrolle zu übernehmen.

In der Premier League hat die Elf von Teammanager Kenny Dalglish (zwei Cupsiege als Trainer) in dieser Saison enttäuscht.

Blues in Bestbesetzung

Chelseas Teammanager Roberto Di Matteo, der im alten Wembley-Stadion (bis 2000) das schnellste und das letzte FA-Cup-Finaltor erzielt hatte, schickte die bestmögliche Besetzung aufs Feld, also nicht die "München-Elf", in der Ramires, Branislav Ivanovic und Raul Meireles gelbgesperrt fehlen werden.

Außerdem wird Kapitän John Terry im Finale der Königsklasse nicht zur Verfügung stehen, weil er im Halbfinal-Rückspiel in Barcelona die Rote Karte gesehen hat.

Seit dem Premierensieg des Wanderers FC aus London 1872 haben 54 weitere Vereine den Traditionswettbewerb gewonnen - der letzte "Neuling" in der Liste war 1988 der FC Wimbledon.

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