In der Liga verloren Alex (o.) und Chelsea gegen die Reds mit Bellamy zu Hause mit 1:2 © getty

Chelsea geht es am Samstag wie den Bayern am 12. Mai im DFB-Pokal: Das FA-Cup-Finale wird überschattet vom Endspiel in München.

München/London - Der Mythos Wembley als Durchgangsstation, das Finale im ältesten Fußball-Wettbewerb der Welt als Aufgalopp:

Eigentlich undenkbar - und für den FC Chelsea doch Realität.

Das 131. Duell um den altehrwürdigen FA-Cup am Samstag zwischen den Blues und dem FC Liverpool (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVESTREAM) steht für Chelsea ganz klar im Schatten des viel größeren Endspiels am 19. Mai in der Champions League gegen Bayern München.

"Der Europacup ist es, was jeder bei Chelsea will - die Spieler, die Fans, der Klub. Darauf müssen wir uns konzentrieren", gibt etwa Mittelfeldspieler John Obi Mikel zu.

FA-Cup-Sieg als Schub

Vorher, ergänzt der Nigerianer, "sollten wir aber sichergehen, dass wir den FA-Cup gewinnen". Diese Gelegenheit dürfe man nicht verstreichen lassen.

Und Torwart Petr Cech sagt: Diese Spielzeit wollen wir nicht mit leeren Händen beenden. Wir können sogar zwei Pokale in der Hand halten."

Doch wie für den FC Bayern das DFB-Pokal-Endspiel am 12. Mai im "deutschen Wembley" Berlin gegen Borussia Dortmund vor dem "Finale dahoam" verblasst, so tritt für Chelsea die Begegnung mit den Reds in den Hintergrund.

"Es ist etwas seltsam, das FA-Cup-Finale zu spielen, wenn es nicht das letzte Spiel der Saison ist", sagt Verteidiger Branislav Ivanovic, "aber für uns ist das sogar besser: Wenn wir gewinnen, gibt uns das einen Extraschub Selbstvertrauen für München."

Chelsea will United-Coup wiederholen

Schließlich will es Chelsea Manchester United gleich tun, das 1999 als bis heute einzige Mannschaft in einer Saison FA-Cup und Champions League gewann - letztere damals übrigens gegen den FC Bayern.

"In der vergangenen Saison haben wir nichts gewonnen, wir wollen nicht wieder mit leeren Händen dastehen. Darum werden wir kämpfen", sagt Torhüter Petr Cech. Und kämpfen, versichert Ivanovic vor dem 58. Pflichtspiel der Saison (die Bayern bestreiten am Samstag ihr 53.), könne dieses Team - "und zwar bis zum Ende" (DATENCENTER: Premier League).

Für die Blues wäre es der siebte Cup-Sieg (zuletzt 2010), Liverpool gewann sieben von 13 Finals (zuletzt 2006).

Abramowitsch will nicht in "schwarzes Loch"

Nach dem 0:2 am Mittwoch gegen Newcastle United in der Liga (Bericht) hat Chelsea noch zwei realistische Optionen, in der kommenden Saison international vertreten zu sein:

Der Triumph in München würde die zehnte Teilnahme an der Königsklasse in Folge garantieren. Und der im FA-Cup berechtigt zum Start in der Europa League - für Besitzer Roman Abramowitsch ein "schwarzes Loch, von dem er sich bisher nicht mal vorstellen konnte, dass es existiert" ("The Independent").

"Wir müssen Newcastle vergessen und die Dinge gegen Liverpool richtigstellen", sagt Mikel.

Wembley gutes Omen für Blues

Das neue Wembley-Stadion ist ein gutes Pflaster für Chelsea, das dort alle seine bisher sechs FA-Cup-Spiele gewann. Teammanager Roberto Di Matteo hat im alten Wembley (bis 2000) das schnellste und das letzte FA-Cup-Finaltor erzielt.

"Für mich war das immer ein Glücksrasen", sagt der Mann, den Abramowitsch der "Daily Mail" zufolge am liebsten durch Madrids Jose Mourinho ersetzen würde. Mit Ashley Cole haben die Blues außerdem den Rekordspieler mit sechs Final-Siegen.

Chelsea-Stars kehren zurück

Gegen Newcastle wurde Cole geschont, am Samstag steht er wohl genauso wieder in der Startelf wie Frank Lampard, Juan Mata und Didier Drogba, die am Mittwoch eingewechselt wurden. Gary Cahill und David Luiz fehlen nach Verletzungen.

Liverpool, in der Liga abgeschlagener Achter, hofft bei seinem Bestreben, nach dem Ligapokal-Erfolg zum zweiten Mal (nach 2001) das Cup-Double zu holen, auf Chelseas München-Faktor.

"Ich bin mir zwar sicher, dass deren Spieler nicht an München denken, wenn das Spiel erstmal läuft. Aber es hilft uns sicher, dass wir uns voll auf dieses Finale konzentrieren können, weil wir sonst um nichts mehr spielen", sagt Kapitän Steven Gerrard.

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