United-Topstürmer Wayne Rooney (M.) spielte gegen City völlig unauffällig © getty

Die "Red Devils" verspielen im "Battle of Manchester" endgültig einen Mega-Vorsprung. Neville weiß um Fergusons große Angst.

Von Björn Seitner

München/Manchester - Als Sir Alex Ferguson und Roberto Mancini in der 76. Minute an der Seitenlinie aneinander- gerieten, erreichte der "Battle of Manchester" seinen emotionalen Höhepunkt.

Nach einem üblen Tackling von Nigel de Jong an Manchester Uniteds Danny Welbeck hielt es "Fergie" nicht mehr in seiner Coaching-Zone 552187 (DIASHOW: Die Bilder des Spiels) .

Der United-Coach marschierte auf Mancini zu und schleuderte ihm einige klare Worte entgegen.

"Er hat den Schiedsrichter während der gesamten Partie gegen uns aufgehetzt", erklärte sich der Sir nach der 0:1-Pleite seiner "Red Devils" (Bericht):

"Letzte Woche hat er sich noch über die Referees beschwert - das kann er heute Abend sicher nicht", motzte Ferguson.

United verspielt Vorsprung

Der 70-Jährige hatte an diesem Abend auch allen Grund zur Unzufriedenheit.

City-Kapitän Vincent Kompany entschied das laut Ferguson "ultimative Duell" zugunsten des Stadtrivalen. Die erste Meisterschaft für die "Skyblues" seit 1968, die aufgrund des besseren Torverhältnisses (+8) die Tabellenführung übernahmen, ist zwei Spieltage vor Saisonende zum Greifen nahe.

Dabei hatte United vor drei Wochen noch acht Zähler Vorsprung vor den "Citizens" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bangen um Welbeck

Zudem muss der Rekordmeister nun um Angreifer Welbeck bangen, der die Partie zwar zu Ende spielte, das Etihad Stadium aber mit einer Schiene am linken Fuß verließ.

Spielerisch offenbarten die "Red Devils" eklatante Schwächen.

"Es war spannend. Aber es gab nicht wirklich viele Torchancen. Wir sind enttäuscht darüber, dass wir ihren Keeper nicht öfter unter Druck setzen konnten", gab Ferguson konsterniert zu.

Kompany: "Einfach unglaublich"

Stattdessen belagerte City Uniteds Strafraum und erarbeitete sich Standard um Standard - bis ein Eckball in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Entscheidung brachte.

"Einfach unglaublich. Ich glaube nicht, dass ich das beschreiben kann", rang Matchwinner Kompany nach Worten.

"Wir sind glücklich, dass wir unseren Fans zwei Siege über United schenken konnten", blickte der ehemalige Hamburger auch auf den 6:1-Kantersieg im Hinspiel im Old Trafford zurück.

Auch Barry warnt

Dennoch hält City übereinstimmend den Ball flach.

"Es ist noch nicht vorbei", weiß Kompany und auch Nationalspieler Gareth Barry warnt: "Wir haben es selbst in der Hand und haben Selbstvertrauen getankt. Aber wir haben noch ein schweres Spiel in Newcastle vor uns. Die wollen uns unbedingt schlagen."

Im Gegensatz zu United, das noch gegen Sunderland (11.) und Swansea (12.) ran muss, haben die "Skyblues" ein deutlich schwereres Restprogramm.

Neville sieht Druck bei City

"Wir spielen noch in Newcastle, die kämpfen um die Champions League - und die Queens Park Rangers um den Klassenerhalt. Wir sind jetzt Tabellenführer, aber United hat einen kleinen Vorteil", glaubt Mancini sogar.

Auch Uniteds Verteidiger-Legende Gary Neville ist der Meinung, der Druck liege am kommenden Wochenende bei den "Citizens".

"Das wird das entscheidende Spiel. Nichts gegen die Rangers, aber ich denke nicht, dass sie zum Zünglein an der Waage werden können."

Ferguson erwartet "schlimmster Albtraum"

Würde Uniteds Stadtrivale am Ende aufgrund des besseren Torverhältnisses die Meisterschaft gewinnen, wäre das für Ferguson "der schlimmste Albtraum", so Neville:

"Ich war 20 Jahre in der Umkleidekabine. Er redet ständig darüber, den Titel wegen zu wenig geschossenen Toren irgendwann zu verspielen. Immer sagt er: Schießt mehr Tore."

Ferguson selbst gab zu: "City hat jetzt die Pole. Entschieden ist noch nichts, aber ein Acht-Tore-Vorsprung ist ein großer Vorteil für sie."

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